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19.01.2001

20:06 Uhr

rtr SANAA. Ein im Jemen entführter Deutscher ist nach Angaben eines jemenitischen Sicherheitsbeamten entgegen Berichten von Donnerstag nicht freigekommen. "Wir hatten auf der Grundlage von Informationen örtlicher Behörden berichtet, dass der Mann freigekommen sei, aber dies scheint jetzt nicht richtig zu sein", sagte der Sicherheitsbeamte der Nachrichtenagentur Reuters. Nähere Angaben machte er nicht. Es war zunächst unklar, ob eine Vereinbarung zur Freilassung des Mitarbeiters der Preussag Energie GmbH nach der Erklärung am Donnerstag fehgeschlagen war. Deutsche Diplomaten in Sanaa lehnten einen Kommentar ab. Das Auswärtige Amt in Berlin und Preussag Energie hatten die Freilassung des am Mittwoch entführten Deutschen nicht bestätigt.

Ein Sprecher der Preussag Energie, einem Tochterunternehmen der Preussag AG, in Lingen sagte Reuters am Freitag, die Freilassung könne nicht bestätigt werden, der Entführte sei aber wohlauf. Das Auswärtige Amt hatte mitgeteilt, nach Angaben der jemenitischen Seite scheine eine Lösung auf dem Weg zu sein.

Ein Vertreter der jemenitischen Sicherheitskräfte hatte am Donnerstag gesagt, bei den Entführern des 53-Jährigen handele es sich um Angehörige des El-Karb-Stammes in der Provinz Schabwa des arabischen Landes. Diese hätten Arbeit für Stammesangehörige und Projekte gefordert, mit denen die Wasser- und Stromversorgung in den Gebiet verbessert werden sollten. Das Versteck der Entführer sei umstellt und eine Delegation zu Gesprächen mit den Entführern gebildet worden.

Der Entführte stammt nach Angaben aus Justizkreisen aus einem Ort bei Hildesheim in Niedersachsen. Der Ingenieur war nach Angaben seines Arbeitgebers erst vor wenigen Tagen im Jemen eingetroffen, um dort Ölbohrungen vorzubereiten.

In den vergangenen Jahren hatten Angehörige jemenitischer Stämme mehrfach Ausländer entführt, um von der Regierung eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse zu erpressen. Die meisten Entführungen endeten glimpflich. Ein norwegischer Diplomat allerdings wurde im vergangenen Jahr bei einem Schusswechsel zwischen seinen Entführern und Sicherheitskräften getötet.

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