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09.02.2004

21:18 Uhr

Freitagspiele vor dem Comeback

Premiere bringt DFL in die Zwickmühle

Der Pay-TV-Sender Premiere will zwar mehr Geld für die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga zahlen, hat aber bestimmte Vorstellungen davon, wann gespielt werden soll. Genau wie die ARD, die noch gültige Verträge mit der DFL hat. Ein schwieriger Spagat für die Liga.

HB BERLIN. Die Deutsche Fußball-Liga kann das verbesserte Angebot von Premiere über einen neuen Fernsehvertrag daher bislang offenbar nicht annehmen. Kaum zu überwindende Hindernisse sind, dass die Liga dem Sender weder zwei Freitag-Spiele garantieren noch Premiere als Namens-Sponsor durchsetzen kann. "Es ist spieltechnisch erforderlich, dass auch der Sonntag in Anspruch genommen werden muss", erklärte DFL-Präsident Werner Hackmann am Montag in Berlin. Da sich die DFL bereits im Vertrag mit der ARD auf sieben Spiele der 1. Fußball-Bundesliga am Samstag festgelegt hat, scheidet die von Premiere gewünschte Variante mit zwei Partien am Freitag aus.

Premiere als Titel-Sponsor lässt sich ebenfalls nicht umsetzen. Die ARD lehnt dies kategorisch ab. "Das ist nur ein PR-Gag", sagte ARD-Sprecher Martin Gartzke. "Das wäre ja so, als wenn Coca Cola gezwungen wird, Pepsi-Aufkleber zu benutzen." Die ARD hat als einziger Sender bereits einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der DFL, der ihr die Rechte für die Sportschau sichert. Aus Premiere-Kreisen heißt es, dass das Namens-Sponsoring nur Nebenaspekt sei.

Auf einer Tagung der Erst- und Zweitliga-Trainer hatte Hackmann über die neue Offerte von Premiere informiert, der den 36 Clubs bis zu 340 Mill. ? für die beiden kommenden Spielzeiten bringen soll. Bisher zahlt der Pay-TV-Kanal rund 150 Mill. ? pro Saison. Derzeit wartet die Liga auf das schriftliche Angebot von Premiere. Laut Hackmann sollen in den nächsten Tagen auch die Verhandlungen mit anderen TV-Sendern beginnen.

Ottmar Hitzfeld, Cheftrainer des deutschen Rekord-Meisters FC Bayern München, sprach sich für die Rückkehr zumindest eines Spiels am Freitag aus. "Der Wunsch der Zuschauer ist da. Das sind Flutlichtspiele, die Stadien sind meist ausverkauft", wies er auf die Attraktivität dieser Spiele hin.

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