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26.01.2001

10:49 Uhr

Fremdenfeindlicher Hintergrund wahrscheinlich

Frau eines Außenamts-Mitarbeiters überfallen

Eine 33 Jahre alte Malaysierin ist gefesselt und geknebelt in einem Schuppen auf ihrem Grundstück im brandenburgischen Schildow aufgefunden worden. Wie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilte, handelt es sich um die Frau eines Sachbearbeiters des Ministeriums. Nach Angaben der Polizei ist ein fremdenfeindlicher Hintergrund "eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich". Die Frau sei schon einmal am 11. Januar von einem mutmaßlichen Rechtsextremisten angegriffen worden.

ap SCHILDOW. Zu der jüngsten Tat gibt es laut Polizeisprecher Rudi Sonntag noch keine näheren Erkenntnisse. Das Opfer sei verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bei dem Vorfall am 11. Januar sei die Malaysierin an einer Bushaltestelle vermutlich von einem 18-jährigen Berliner angegriffen worden, der die Tat aber bestreite. Der "vom Äußeren her dem rechten Klischee Entsprechende" habe nach der 33-Jährigen getreten, als diese auf ihrem Fahrrad vorbeigefahren sei. Zwar habe er sie nicht getroffen, doch sei die Frau erschrocken und gestürzt, erklärte Sonntag.

Im Außenamt herrschte Bestürzung über die Tat. "Unser besonderes Interesse ist neben der Fürsorge für die Betroffenen die schnelle Aufklärung", sagte ein Sprecher. Außenminister Joschka Fischer habe sich sofort nach Bekanntwerden telefonisch beim Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm über die Umstände informiert. Die Polizei bildete eine Sonderkommission mit 50 Mitarbeitern, wie Sonntag bestätigte.



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