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13.02.2002

20:26 Uhr

Fresenius gabe nach

Dax zieht nach US-Konjunkturdaten an

Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA und deutlich anziehende Kurse an den Börsen in New York haben nach Händlerangaben den deutschen Standardaktien am Mittwoch Auftrieb verliehen.

Quelle: Handelsblatt

Reuters FRANKFURT. Der Dax ging mit einem Zuwachs von rund einem Prozent bei 4 935 Zählern aus der Sitzung, nachdem er im frühen Verlauf noch auf bis 4 834 Stellen gefallen war

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Das US-Handelsministerium hatte am frühen Nachmittag (MEZ) bekannt gegeben, dass der Einzelhandelsumsatz im Januar ohne den Automobilsektor stärker als von Analysten prognostiziert gestiegen war. "Nach dem ordentlichen Weihnachtsgeschäft sieht der Einzelhandel im Januar in den USA doch besser aus als erwartet", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Börsenmakler Nols. Vor allem die Technologiewerte machten ihre im frühen Verlauf verbuchten Verluste wett und zogen den Index mit Kursgewinnen in die Höhe.

Das US-Handelsministerium hatte zuvor bekannt gegeben, dass der Einzelhandelsumsatz im Januar insgesamt zwar um 0,2 % gegenüber dem Vormonat gesunken war, ohne den Automobilsektor hatten die Umsätze jedoch um 1,2 % zugelegt. Analysten hatten hier einen Anstieg von lediglich 0,4 % vorhergesagt. "Die Umsätze ohne die Autobranche liegen deutlich über den Erwartungen, und das sind die bereinigten Zahlen, auf die der Markt schaut", sagte Nols-Analyst Kaiser. Das zeige auch, dass das Konsumentenverhalten sich verbessert habe. "Die Einstellung der Leute ist gar nicht so negativ, sonst wäre das Ausgabenverhalten ein ganz anderes."

Von den Daten profitierten vor allem die Technologiewerte, die nach einer zunächst schwächeren Tendenz ins Plus drehten. Siemens und SAP legten um ein Prozent beziehungsweise 1,7 % zu, Epcos stiegen um drei Prozent auf 45 Euro, Infineon zogen um mehr als drei Prozent auf 25,58 Euro an.

Favorit des Tages waren die Titel der Lufthansa , die mit einem Plus von rund fünf Prozent auf 17,70 Euro aus der Sitzung gingen. "Im vierten Quartal des vergangenen Jahres war die Marktkapitalisierung niedriger als der Buchwert, und es gibt weiterhin noch Aufwärtspotenzial für die Aktie", sagte Jürgen Gries, Aktienhändler bei Merck Finck. "Fluggesellschaften werden zuerst von einem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren."

Indexschwergewicht Deutsche Telekom baute einen Teil seiner Verluste ab und schloss kaum verändert zu seinem Vortagesschluss bei 15,75 Euro. Ein Händler sagte, der Telekommunikationssektor leide weiter unter den schwachen Nachrichten von Nortel Networks und Vodafone vom Dienstag. Nortel hatte nur einen verhaltenen Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Die Aktien der britischen Vodafone hatten wegen Sorgen um ein geringeres Kundenwachstum nachgeben.

Im Blickpunkt des Handels standen auch die Anteilsscheine von Fresenius Medical Care , die um 4,2 % auf 65,30 Euro fielen. Der Dialysekonzern hat nach eigenen Angaben wegen Rechtsstreitigkeiten in den USA im vierten Quartal Rückstellungen von 258 Mill. $ gebildet. Bereinigt um diese erwarte Fresenius nun für das Geschäftsjahr 2001 ein Nachsteuerergebnis von 240 bis 245 Mill. $.

Die Aktien der Allianz gewannen 1,1 % auf 255,55 Euro. Das Tochterunternehmen Dresdner Bank hatte zuvor mitgeteilt, 2001 wegen anhaltend schwacher Kapitalmärkte und einer deutlich höheren Risikovorsorge einen Gewinneinbruch verzeichnet zu haben. Im vierten Quartal rutschte die Bank nach eigenen Angaben sogar in die Verlustzone.

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