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25.02.2002

15:00 Uhr

Freude über zwei gerettete Medaillen

Spaniens Sportminister stellt sich hinter Mühlegg

Der wegen Dopings bei den Olympischen Spielen disqualifizierte Skilangläufer Johann Mühlegg ist von den spanischen Zeitungen massiv angegriffen, vom Sportminister des Landes jedoch in Schutz genommen worden.

Reuters MADRID. In den Zeitungen hieß es am Montag, der für Spanien startende gebürtige Deutsche Mühlegg habe die Schande der Welt über das Land gebracht. Dagegen sagte Sportminister Pilar del Castillo, ungeachtet der Umstände sei Mühlegg "ein herausragender Athlet". Wegen Blutdopings waren Mühlegg und der russischen Langläuferin Larisa Lasutina am letzten Tag der Olympischen Spiele je eine Goldmedaille aberkannt worden.

Zwar sei die spanische Regierung vollständig gegen Doping im Sport, sagte Del Castillo dem Rundfunksender Radio Nacional. "Wir sollten uns aber auch dazu beglückwünschen, dass wir (Mühleggs) erste beiden Goldmedaillen gerettet habe". Diese Medaillen konnten Mühlegg nicht aberkannt werden, da bei den für diese Rennen relevanten Tests keine Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden.

In der spanischen Presse fiel das Urteil dagegen eindeutiger aus: "Der größte Erfolg in unserer olympischen Geschichte ist im Sturzflug zu einem Betrug mit Hilfe der Chemie verkommen", schrieb die Zeitung "El Mundo". Und in der Zeitung "ABC" war zu lesen: "In einer Nacht hat (Mühlegg) nicht nur eine seiner Goldmedaillen verloren, sondern auch seine Stellung als sportlicher Held".

Wegen Blutdopings hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) dem 31-jährigen Mühlegg eine erst am Samstag gewonnene Goldmedaille ebenso aberkannt wie der Russin Lasutina. Auch bei deren Teamkollegin Olga Danilowa war die verbotene Substanz Darbepeotin nachgewiesen worden. Lasutina erwägt offenbar gegen die Entscheidung des IOC Berufung einzulegen. "Wir wissen, dass sie unschuldig ist", sagte der Chef der Mission des russischen Olympiateams, Viktor Mamatow.

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