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16.01.2003

17:05 Uhr

Friedenssuche

Jimmy Carter vermittelt in Venezuela

Neben dem ehemaligen US-Präsidenten will auch eine Gruppe von Staaten helfen, den Konflikt zwischen Opposition und Präsident Chavez zu schlichten.

dpa CARACAS/QUITO. Eine von den USA und Brasilien angeführte Vermittlergruppe wird die Friedenssuche im krisengeschüttelten Venezuela unterstützen. Die "Gruppe der Freunde für Venezuela" wurde am Mittwochabend (Ortszeit) in Ecuadors Hauptstadt Quito am Rande der Amtsübernahme von Präsident Lucio Gutiérrez ins Leben gerufen. Schon bald würden sich die Außenminister der USA, Brasiliens, Spaniens, Portugals, Mexikos und Chiles treffen, um Vorschläge zu erörtern, sagte ein Mitglied der brasilianischen Delegation.

Auch der frühere US-Präsident Jimmy Carter will zu einer Konfliktlösung beitragen. Der 78-jährige Friedensnobelpreisträger, der am Mittwoch in Caracas eingetroffen war, wollte nach Berichten venezolanischer Medien am 20. Januar mit Gavíria zusammenkommen.

Der als "autoritär" kritisierte linksnationalistische Präsident Hugo Chávez, den die Opposition mit einem seit 46 Tagen andauernden Streik aus dem Amt jagen will, begrüßte die neue Vermittlungsaktion. Am Donnerstag wollte sich Chávez in New York mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan treffen. Annan wollte auch Oppositionsmitglieder empfangen.

Die Versorgungsengpässe in Venezuela hatten am Vortag im Bundesstaat Sucre zu Plünderungen von Bäckereien, Apotheken und Lebensmittellagern geführt. Dabei wurden laut Medienberichten ein Mann von Unbekannten erschossen und zwölf weitere Menschen verletzt.

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), César Gavíria, der ebenfalls vermittelt, sagte, er wolle nun den Konfliktparteien ein Angebot für ein Neuwahlen-Referendum im Mai oder Juni unterbreiten. Die Opposition besteht auf Durchführung eines von der Wahlbehörde für den 2. Februar angesetzten Referendums. Chávez meint dagegen, eine solche Abstimmung sei laut Verfassung erst von August an möglich.

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