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25.01.2003

12:53 Uhr

Friedliche Demonstranten in Davos

Powell: Alte UN-Resolution reicht für Krieg

US-Außenminister Colin Powell hat bekräftigt, dass sein Land die bisherige UN-Resolution als ausreichend für einen Krieg gegen den Irak erachtet. "Dies ist für die internationale Gemeinschaft oder die Vereinten Nationen nicht der Zeitpunkt, von der einzigen Verantwortung, die sie mit der Resolution 1441 eingegangen sind, nämlich den Irak zu entwaffnen, zurückzuweichen", sagte Powell am Samstag bei seiner Ankunft in der Schweiz.

HB/dpa DAVOS. Powell nimmt in Davos am Weltwirtschaftsforum teil, wo er am Sonntag eine Rede halten wird. In den Schweizer Wintersportort tagen seit Donnerstag mehr als 2 000 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft. Am Samstagmorgen trafen dort einige hundert Demonstranten ein. Sie wurden von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften empfangen.

Er könne aus dem Stegreif mehr als zehn Länder benennen, die ebenfalls für einen sofortigen Schlag gegen den Irak seien, ohne dass es einer neuen UN-Resolution bedürfe, sagte Powell bei seiner Ankunft. Während man weiterhin dabei sei, nach einer "angemessenen" Aktion gegen den Irak zu suchen, dürfe nicht vergessen werden, dass das Ziel "die Entwaffnung des Iraks" und die Ausschaltung seiner Massenvernichtungswaffen sei, sagte der Außenminister.

Dagegen setzt die Türkei weiter darauf, dass ein Krieg um den Irak doch noch vermieden werden kann. "Wir wollen alle Möglichkeiten für einen Frieden ausschöpfen", sagte der türkische Regierungschef Abdullah Gül beim Weltwirtschaftsforum. Sein Land werde aber auch keine territorialen Ansprüche an den Irak stellen, sollten die Spannungen doch in einen bewaffneten Konflikt münden. Gül wollte noch am Samstag mit Powell zusammentreffen.

In Davos selbst wurden im Laufe des Samstags mehrere tausend Demonstranten erwartet. Den Globalisierungskritikern und Kriegsgegnern stehen mehr als 2 000 Sicherheitskräfte gegenüber. Bereits am Freitagabend hatten in Genf 150 Menschen demonstriert. Rund 200 italienische und schweizerische Globalisierungsgegner blockierten Freitagabend kurzfristig den Zollübergang von Italien in die Schweiz bei Ponte-Chiasso.

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