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02.02.2001

19:00 Uhr

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Frostige Stimmung

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Das berühmte Murmeltier Punxsutawney Phil glaubt, dass es in den USA noch sechs weitere Wochen Winter bleibt. Nach der amerikanischen Legende kommt am 2. Februar das Murmeltier das erste Mal im Jahr aus seinem Bau. Wenn es seinen Schatten sieht, dauert der Winter noch anderthalb Monate an.

Frostige Stimmung herrscht auch an den New Yorker Börsen. Die Indizes sind nach einem guten Start in die Verlustzone gedreht. Der Nasdaq Index notiert zum Nachmittag deutlich im Minus und wird von Oracle und Cisco in die Tiefe gezogen. Die Blue-Chips zeigen sich dagegen etwas standhafter und müssen nur leichte Verluste hinnehmen.



Marktbeobachter gehen davon aus, dass Anleger nach den Kursgewinnen an der Technologiebörse seit Beginn des Jahres Gewinne mitnehmen und Unternehmen daher ins Minus schicken. Hinzu kommen Gewinnwarnungen einiger Halbleiterunternehmen.



Die Arbeitsmarktdaten vom Morgen geben den Märkten Druck. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten mit 4,2 Prozent stärker als erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne blieben unverändert. Analysten hatten mit einem Lohnanstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Während im Januar insgesamt wesentlich mehr neue Stellen geschaffen wurden als ursprünglich erwartet, baute das verarbeitende Gewerbe 65 000 Stellen ab. Die Sorge um eine weitere Abkühlung der Konjunktur ist daher noch nicht gebannt. Analysten gehen daher davon aus, dass Notenbankchef Alan Greenspan ein weiteres Mal die Zinsen senken wird.



Schwächeln die Chiphersteller, geht es der Nasdaq gewöhnlich auch nicht gut. Heute ist wieder so ein Tag. Nach einer Gewinnwarnung von National Semiconductor und Konkurrent Silicon Storage Technology notiert auch Intel im Minus. National Semiconductor wird die Gewinnprognosen im dritten Quartal um rund elf Cents Gewinn pro Aktie verfehlen. Statt des erwarteten Umsatzes von 558 Millionen Dollar werden nur 475 Millionen Dollar erzielt. Silicon Storage wird statt 51 Cents Gewinn pro Aktie lediglich 25 Cents bis 29 Cents pro Aktie Einkommen melden können.



American Express

kann das Licht der Finanzwerte hochhalten und notiert zum Nachmittag deutlich in der Gewinnzone. Branchenkonkurrenten wie Citibank und J.P. Morgan versuchen dagegen den Dow Jones Index in die Verlustzone zu ziehen. Der Einzelhandelssektor präsentiert sich einheitlich im roten Bereich. Home Depot führt die Liste der Verlierer an.



Nach anfänglichen Kursgewinnen sind die Papiere des Netzwerkausstatters Cisco ins Minus gedreht führen nun die Verlierer des Nasdaq Indexes an. Verantwortlich für die Kursverluste sind negative Analystenkommentare. Bereits Anfang der Woche warnte der Konzern von einem niedriger als erwartetem Wachstum. Experten befürchten, dass Cisco im laufenden Quartal das geringste Umsatzwachstum in seiner Firmengeschichte verbuchen wird.



Microsoft

stützt dagegen mit Kursgewinnen den Technologieindex. Im Windschatten des Softwareriesen verbucht auch Dell Gewinne. Der Computerhersteller prognostizierte am Morgen trotz der wirtschaftlichen Abkühlung ein solides Quartal.

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