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17.03.2003

11:27 Uhr

Fünf Prozent der Erlöse aus Nahost

AUA spürt erste Auswirkungen des Irak-Effekts

Die Austrian Airlines AG (AUA) spürt im Linienverkehr die ersten Auswirkungen des "Irak-Effekts". Das schlimmste Szenario, ein Kriegsausbruch im Irak, könnte der AUA einen Rückgang der Beförderungsleistung um bis zu zehn Prozent bringen, heißt es aus der AUA.

Reuters WIEN. Für die AUA macht die Region Naher Osten rund fünf Prozent der beförderten Passagiere aus und somit auch rund fünf Prozent der Erlöse.

Nach einem unter den Erwartungen liegenden Jänner hatte AUA den Februar auf Vorjahresnivau erwartet. Tatsächlich seien im Februar im Linienverkehr um 2,4 Prozent wengiger Passagiere beförderte worden, während im Charterverkehr ein Zuwachs von 37,2 Prozent verzeichnet worden sei. Insgesamt sei im Februar somit ein Plus von 1,3 Prozent auf 551 000 beförderte Passagiere verzeichnet worden. Leicht rückläufig habe sich der Passagierladefaktor mit minus 0,7 Prozentpunkte auf 67,8 Prozent gezeigt. Der Gewichtsladefaktor habe im Februar auf 67,0 (65,5) Prozent zugenommen, teilte AUA am Montag mit.

Das zusammengefasste Verkehrsergebnis Januar und Februar 2003 zeige gegenüber den ersten zwei Monaten des Vorjahres insgesamt noch eine Steigerung um 5,3 Prozent auf 1 136 137 Passagiere. Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass der Jahresbeginn 2002 selbst durch ein rückläufiges Verkehrsaufkommen im Gefolge des 11. September 2001 geprägt war. Nachdem AUA im vergangenen Herbst die Kapazitäten wieder in etwa auf das Niveau vor dem 11. September 2001 erhöht hatte, wurden im Linienverkehr etwa fünf Prozent der Produktion aus dem Markt genommen.

Das Angebot an Sitzkilometern sei im Februar im Linien- und Charterverkehr um 24,3 Prozent angehoben worden, die Zahl der ausgelasteten Passagierkilometer sei um 26,1 Prozent gestiegen, so dass die Auslastung um 1,1 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent zugelegt habe.

Wegen der Ungewissheit eines Krieges wurden von AUA Mitte Februar die Erwartungen für 2003 zurück geschraubt. Das im Dezember kommunizierte Ziel für das Betriebsergebnis (Ebit) von 120 Millionen Euro sei nicht realistisch, weil Dauer und wirtschaftliche Auswirkungen eines möglichen Irak-Krieges nicht abschätzbar seien. Eine genaue Einschätzung hat die AUA nicht gegeben, aber festgelegt, dass das Ebit dennoch über dem von 2001 von 41,4 Millionen Euro liegen werde.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines eventuellen Irak-Krieges würden dem Ergebnisverlauf eine temporäre Delle zufügen, könnten aber den eingeschlagenen Sanierungskurs grundsätzlich nicht aufhalten, teilte AUA-Vorstand Vagn Sörensen kürzlich mit.

Die Luftfahrtbranche kämpft derzeit aber nicht nur mit der Ungewissheit des Irak-Konfliktes, sondern generell leidet die Branche unter dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld. An der Wiener Börsen notierten AUA gegen 11 Uhr MEZ mit 6,00 (6,20) Euro leichter. Seit Jahresanfang haben die Aktien somit rund 13 Prozent an Wert eingebüßt, während der ATX 2,3 Prozent verloren hat.

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