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22.06.2000

11:54 Uhr

Fünfmonatsumsatz bei 591 Mill. Euro

Preiskampf macht HEW weiter zu schaffen

Gemeinsam mit dem schwedischen Großaktionär Vattenfall wollen die Hamburger die Mehrheit an dem ostdeutschen Energieunternehmen Veag übernehmen.

Reuters/dpa HAMBURG. Der Preiskampf in der Strombranche macht dem Hamburger Energiekonzern HEW AG weiter zu schaffen. Trotz eines gegenüber dem Vorjahreswert um 35 % gestiegenen Stromverkaufs hätten die Umsatzerlöse von Januar bis Mai mit 591 Mill. Euro nur auf Vorjahresniveau gelegen, teilte die Hamburgischen Electricitäts AG-Werke (HEW) auf ihrer Hauptversammlung am Donnerstag mit. Als Ursache dafür nannte Vorstandschef Manfred Timm die den Kunden angebotenen günstigen Preismodelle. Die damit verbundenen Strompreissenkungen wirkten sich erstmals für ein ganzes Jahr auf die Erfolgsrechnung aus.

Trotz der starken Geschäftsausweitung im Stromhandel sei daher in 2000 mit einem Rückgang des Umsatzes im Stromgeschäft zu rechnen, sagte Timm weiter. Wegen höherer Kosten für die Strombeschaffung werde sich der Ertrag in diesem Jahr daher unbefriedigend entwickeln, was weitere Rationalisierungen und Kosteneinsparungen nach sich ziehen dürfte. Ziel sei es, die Höhe der Ausschüttung an die Aktionäre trotz der erheblich erschwerten Rahmenbedingungen stabil zu halten.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr fließt den Anteilseignern trotz eines Gewinnrückgangs um fast ein Viertel auf 64 Mill. Euro eine stabile Dividende von 69 Cent zu. Die Ausschüttung wurde gehalten, indem HEW keine Mittel in die Rücklagen stellte und so den Gewinnrückgang ausglich.

Der Stromkonzern hat weiter seinen Wunsch bekräftigt, gemeinsam mit dem schwedischen Großaktionär Vattenfall die Mehrheit an dem ostdeutschen Energieunternehmen Veag AG zu übernehmen. Um das Bieterkonsortium zu vervollständigen, habe HEW Gespräche mit dem amerikanischen Konzern NRG Energy aufgenommen, der die Braunkohle-Gesellschaft Mibrag in das Paket einbeziehen will. "Ziel dabei ist jedoch nicht allein die Übernahme des Konzerns mit seinem hochmodernen Kraftwerkspark, sondern auch der Erwerb von ostdeutschen Regionalversorgern", sagte Vorstandssprecher Timm in Hamburg.

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