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04.02.2002

15:19 Uhr

Für 10 Mrd. $ online eingekauft

Daimler-Chrysler setzt weiter auf E-Business

Der Daimler-Chrysler-Konzern hat seine eigenen Erwartungen an den elektronischen Geschäftsverkehr ("E-Business") deutlich übertroffen und will hier weiter auf das Internet setzen. Die Fortschritte etwa beim Online-Materialeinkauf seien größer als erwartet, sagte Vize-Vorstand Rüdiger Grube am Montag in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. "Die Ergebnisse, die wir erzielt haben, bestätigen unsere Vision vom vernetzten Konzern." So habe Daimler-Chrysler im vergangenen Jahr bereits ein Drittel des Beschaffungsvolumen der Neuaufträge über das Internet abgewickelt, womit die Planzahlen mehrfach übertroffen worden seien. Auch habe der Konzern seine Investitionen in E-Business durch Kosten- und Zeiteinsparungen mit dem elektronischen Handel bereits wieder reingeholt.

Grube ist als stellvertretendes Vorstandsmitglied bei Daimler-Chrysler für die Konzernentwicklung zuständig. Seinen Angaben zufolge belief sich das Einkaufsvolumen Daimler-Chryslers im vergangenen Jahr auf insgesamt 113 Mrd. ?, von denen rund 30 Mrd. ? auf Neuvergaben entfallen seien. Zehn Mrd. ? davon habe das Unternehmen online abgewickelt. Daimler-Chrysler habe für die gesamten E-Business-Aktivitäten ein Budget von 550 Mill. ? bis 2004 zur Verfügung gestellt, die bisher bei weitem nicht ausgegeben worden seien, sagte Grube, ohne jedoch weitere Details nennen zu wollen. "Alles, was wir investiert haben, haben wir auch zurückbekommen."

Daimler-Chrysler erledigt seinen elektronischen Einkauf im wesentlichen über die Internet-Handelsplattform Covisint, die der Stuttgarter Konzern zusammen mit General Motors und Ford gegründet hat. Am gesamten Handelsvolumen Covisints von mehr als 50 Mrd. $ 2001 habe Daimler-Chrysler rund ein Fünftel ausgemacht. Experten bescheinigten der elektronischen Handelsplattform für die Autoindustrie heute den 25-Fachen Wert dessen, auf den sie zu ihrem Start geschätzt worden sei, sagte Grube. In diesem Jahr werde Covisint voraussichtlich die Gewinnschwelle erreichen.

Vize-Vorstand Grube betonte, dass Daimler-Chrysler die Möglichkeiten des elektronischen Handel stets unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit "und nicht zum Selbstzweck" betrachtet habe. "Es war richtig, dass wir nicht über-euphorisch waren." Zudem werde allein aus strategischen Gründen neben dem E-Business auch weiterhin der persönliche Kontakt etwa zu den Zulieferern wichtig sei. "Es wird keine Welt geben, wo wir zu 100 % über den elektronischen Weg kommunizieren." Die interne Geschäftskommunikation und-abwicklung wolle Daimler-Chrysler dagegen "auf absehbare Zeit" vollständig auf Online-Netze übertragen.

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