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04.04.2003

20:30 Uhr

Für angeblich eine Milliarde Euro

Siemens steht wohl vor Kauf von Turbinen-Sparte

Der Münchener Siemens-Konzern steht verhandlungsnahen Kreisen zufolge kurz vor dem Kauf der Industrieturbinen-Sparte des französischen Alstom-Konzerns für rund eine Milliarde Euro.

FRANKFURT/LONDON. "Das Geschäft ist noch nicht unter Dach und Fach, aber es ist höchstwahrscheinlich", hieß es am Freitag aus den Kreisen. "Es dürfte einen Wert von rund einer Milliarde Euro haben." Siemens wollte keinen Kommentar abgeben. Alstom bestätigte zwar, dass das Unternehmen die Sparte verkaufen wolle, machte aber keine weiteren Angaben.

In Branchenkreisen hieß es, der Verkauf könnte bereits in der nächsten Woche vereinbart werden. "Es stimmt, dass Siemens in dem Bieterverfahren favorisiert wird", sagte ein mit den Gesprächen Vertrauter. Medienberichten zufolge sind an dem Alstom-Geschäft auch der US-Konzern General Electric und Hitachi Ltd aus Japan interessiert.

Alstom-Turbinen ergänzen Siemens-Portfolio

Siemens würde mit dem Zukauf seine Sparte Energieerzeugung stärken, die nach einem Boom auf dem Gasturbinen-Markt in den USA nun unter einem Rückgang der Bestellungen leidet. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 war der Auftragseingang um fast die Hälfte eingebrochen. Die leistungsmäßig relativ kleinen Industrieturbinen von Alstom würden das Portfolio des Münchener Mischkonzerns außerdem gut ergänzen, weil Siemens bisher vor allem Turbinen in einem wesentlich höheren Leistungsbereich herstellt.

Alstom hatte seit längerem angekündigt, sich mit dem Verkauf von Geschäftsbereichen und einer Kapitalerhöhung aus einem finanziellen Engpass befreien zu wollen. An der ebenfalls zur Disposition stehenden und wesentlich größeren Energiedistributionssparte von Alstom sei Siemens nicht interessiert, hieß es den Kreisen.

Die Siemens-Aktien schlossen 2,9 Prozent höher bei 40,67 Euro, die Alstom-Papiere gingen 0,6 Prozent fester bei 1,58 Euro aus dem Handel.

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