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10.04.2003

19:09 Uhr

Für den Wiederaufbau

Bundesregierung bereitet Irak-Kredit vor

Die Bundesregierung trifft nach Informationen des Handelsblatts konkrete Maßnahmen für die Nachkriegsphase im Irak. So wird ein ungebundener Finanzkredit für den Irak vorbereitet, der von der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau abgewickelt werden soll, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums.

Nicht nur große Teile Bagdads liegen in Schutt und Asche: Der Wiederaufbau des Iraks wird teuer. Foto: dpa

Nicht nur große Teile Bagdads liegen in Schutt und Asche: Der Wiederaufbau des Iraks wird teuer. Foto: dpa

HB BERLIN. Da maßgeblich Infrastrukturprojekte im Energie- und Wasserbereich finanziert werden sollen, dürfte es sich um eine Größenordnung von mehreren 100 Mill. Euro handeln. Maßgeblich dürfte dieses Volumen deutschen Firmen zugute kommen.

Zudem ist es beabsichtigt, die wirtschaftliche Präsenz im Irak und den Nachbarregionen zu verstärken. Erklärtes Ziel ist der Aufbau einer Industrie- und Handelskammer in Bagdad und die Einrichtung von Repräsentanzen der deutschen Wirtschaft in den angrenzenden Ländern, erfuhr das Handelsblatt. Noch ist nicht klar, an welche Bedingungen die Kreditvergabe geknüpft wird.

Bislang sah es wegen der ablehnenden Haltung Deutschlands zum Irak-Krieg schlecht aus für deutsche Unternehmen, am Wiederaufbau Iraks beteiligt zu werden. Nach Auffassung des Präsidenten des Bundesverbands des Groß- und Außenhandels, Anton Börner, könnte es 18 Monate dauern, bis deutsche Unternehmen Aufträge erhielten. So pessimistisch ist Jochen Münker, Nahostexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, nicht mehr. Insbesondere große Unternehmen könnten von den von der Bundesregierung finanzierten Infrastrukturprojekten profitieren. Schlechter sehe es für den Mittelstand aus. Trotz der zweitreichsten Ölvorkommen auf der Welt werde der Irak wegen der maroden Förderanlagen auf Hilfe angewiesen sein. Zudem müsse der Staat milliardenschwere Schulden bedienen.

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