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01.08.2000

19:51 Uhr

Funke dementiert

EU-Experten: In Deutschland besteht BSE-Risiko

Laut EU-Studie sind Fälle von BSE in Deutschland zwar bislang nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich sei die Seuche bereits im Land präsent. Bundeslandwirtschaftsminister Funke dementiert.

dpa BRÜSSEL/BERLIN. In Deutschland besteht nach Ansicht der EU- Kommission das Risiko, dass heimische Rinder mit dem BSE-Erreger angesteckt werden oder bereits angesteckt worden sind. Ein Ausschuss hochrangiger EU-Experten kam in einer am Dienstag in Brüssel vorgelegten Untersuchung zu dem Schluss, dass Rinderwahnsinn in Deutschland, Italien und Spanien zwar bisher nicht nachgewiesen wurde, dass es jedoch wahrscheinlich sei, dass die Seuche im Lande präsent sei. Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke betonte zu dem Bericht, Deutschland sei "BSE-frei".

Funke sagte, dieser Bericht, den die EU vor geraumer Zeit fast wortgleich veröffentlicht habe, arbeite mit Spekulationen. "Es hat keinen einzigen BSE-Fall bei in Deutschland geborenen Rindern gegeben", betonte der Minister. Die Bewertung des BSE-Risikos müsse sich aber an objektiven Kriterien orientieren.

In Deutschland sind bisher mindestens sechs BSE-Fälle bei Rindern aufgetreten, die jedoch importiert worden waren. In neun Ländern gab es nach den Ermittlungen der Wissenschaftler "hauseigene" BSE-Fälle: in Großbritannien, Irland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Frankreich, Portugal, Dänemark und der Schweiz. Hier stagniere seit 1996 das Ansteckungsrisiko oder es gehe zurück. In Österreich, Finnland und Schweden halten die Experten eine BSE-Ansteckung von Rindern für "unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen".

In dem Bericht geht es nur um das Risiko, dass sich lebende Rinder mit dem BSE-Erreger infizieren. Das Risiko für den Menschen hänge vom Risikomanagement ab. Die Gefahr für den Menschen wird nach Einschätzung der EU-Kommission weiter sinken, wenn vom 1. Oktober verschärfte Maßnahmen in Kraft treten, bei denen Risikomaterial wie Gehirn, Rückenmark und andere Gewebe mit möglicherweise hoher BSE- Infektiosität aus der Nahrungskette ausgeschaltet werden müssen.

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