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07.01.2001

15:04 Uhr

DÜSSELDORF. Krisen bieten oft die Chance für einen Neuanfang - inhaltlich wie personell. Jedenfalls scheint die Verunsicherung, die die BSE-Krise bei deutschen Verbrauchern, Bauern und Politikern verursacht hat, einen radikalen Umbau der Landwirtschaft in Deutschland zu bewirken. Kanzler Schröder will die ökologische Wende. Innerhalb kürzester Zeit übernimmt die Bundesregierung nun Forderungen wie das überfällige Verbot von Antibiotika in der Tiermast, die Verbraucherschützer noch vor kurzem erfolglos vorgebracht hatten. In der SPD reift zugleich die bittere Erkenntnis, dass man beim Thema BSE nur reagiert: Die Schwachstellenanalyse soll eine ehemalige CDU-Politikerin liefern, die agrarpolitischen Reformideen stammen von den Grünen.

Fast zwangsläufig stellt sich deshalb die Personalfrage. Denn das nun präsentierte Funke-Programm passt nicht zu dem, was der Minister früher verkündet hat. Seit Wochen leiden die Bundesbürger - je nach politischer Couleur aus verschiedenen Gründen - beim großangelegten Regierungsversuch mit, Funke beim Agrarumbau durch Indiskretionen oder Kanzler-Mahnungen zum Jagen zu tragen. Die Frage ist deshalb weniger, wann Funkes Entlassung bevorsteht, sondern wie lange der SPD-Minister noch mit den wachsenden Widersprüchen zwischen seinen eher traditionellen agrarpolitischen Überzeugungen und der gewünschten neuen Landwirtschaftspolitik leben kann.

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