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14.07.2000

15:17 Uhr

dpa LONDON. Das britische Parlament hat in der Nacht zum Freitag in Zweiter Lesung einem Gesetz zugestimmt, mit dem Fußball- Rowdies künftig daran gehindert werden sollen, das Land zu verlassen und im Ausland ihr Unwesen zu treiben. Angesichts erheblicher Bedenken der Opposition galt es jedoch als höchst zweifelhaft, dass das Gesetz noch in dieser Sitzungsperiode des Unterhauses sämtliche parlamentarischen Hürden nimmt und tatsächlich Rechtskraft erlangt.

Mit dem Gesetzentwurf reagierte Innenminister Jack Straw auf Kritik der oppositionellen Konservativen und beispielsweise des Europäischen Fußballverbands UEFA daran, dass britische Hooligans ungehindert zur Fußball-Europameisterschaft reisen konnten. Das Gesetz sieht vor, dass Personen an der Ausreise gehindert werden können, wenn die Polizei Grund zur Annahme hat, sie könnten Straftaten begehen wollen.

Die Opposition begrüßte den Ansatz des Gesetzes, hält jedoch eine Regelung, die ein Reiseverbot auch dann aus Verdachtsgründen ermöglicht, wenn der Betreffende niemals wegen eines einschlägigen Vergehens verurteilt wurde, für unrechtmäßig. Auch in der regierenden Labour-Partei umstritten ist eine Passage des Gesetzes, die es der Polizei erlauben soll, Personen 24 Stunden in Gewahrsam zu nehmen, sofern die Beamten auf Grund des Betragens eines Menschen meinen, sie müssten diesen näher überprüfen.

Gordon Banks, der Verantwortliche für die gescheiterte englische Bewerbung um die Ausrichtung der Fußball-WM 2006, sagte im Parlament, das Auftreten der britischen Fans bei der Europameisterschaft in Charleroi und Brüssel habe "nicht nur wieder einmal unser Ansehen geschädigt, sondern auch unserer WM-Bewerbung erheblich geschadet".

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