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22.08.2011

00:23 Uhr

Gaddafi spricht

Aufruf zum Kampf um Tripolis

In Libyen ist die Lage unübersichtlich. Nach Angaben der Regierung starben allein am Sonntag 1300 Menschen in den Kämpfen. Der Machthaber Gaddafi sprach und rief zum Kampf auf. Aber dann wurde die Ansprache unterbrochen.

Wo ist Gaddafi? dpa

Wo ist Gaddafi?

Machthaber Muammar al-Gaddafi hat die Libyer zum Kampf um Tripolis aufgerufen. Gaddafi wandte sich am späten Sonntagabend in einer dritten vom Staatsfernsehen
ausgestrahlten Audio-Botschaft an diesem Tag an seine Anhänger. Er sagte: „Ihr müsst auf die Straße gehen, um die Ratten und Verräter zu bekämpfen. Alle Stämme müssen nach Tripolis marschieren, um es zu beschützen. Wenn nicht, werdet Ihr Sklaven der Kolonialisten werden.“
Plötzlich stoppte seine Stimme. Für die Unterbrechung der Nachricht gab es keine Erklärung. Unklar war, von wo aus Gaddafi gesprochen hatte.

Die libyschen Rebellen haben das Angebot von Gaddafi zu Verhandlungen vorerst abgelehnt. Die Aufständischen würden ihre Offensive erst dann beenden, wenn Gaddafi seinen Rücktritt erklärt habe, sagte der Chef des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abd El Dschalil, am Sonntag dem Sender Al Arabija. Sollten sich Gaddafi und seine Söhne ergeben, würden die Aufständischen ihnen sicheres Geleit ins Ausland garantieren.

Der älteste Sohn des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi hat sich nach Angaben der Rebellen ergeben. Mohammed al-Gaddafi habe sich den Aufständischen gestellt, sagte ein Sprecher des Nationalen Übergangsrats der Rebellen am späten Sonntagabend zu Reuters. Er bestätigte zudem, dass Gaddafis Sohn Saif al-Islam festgenommen worden sei.
Ein libyscher Regierungssprecher hatte zuvor die Rebellen zum Ende ihrer Offensive aufgefordert und den Aufständischen sofortige Verhandlungen angeboten. Gaddafi sei bereit, direkt mit dem Chef des Übergangsrates der Aufständischen zu verhandeln. Die Rebellen waren zuvor in die Hauptstadt eingerückt. Nach Angaben der libyschen Regierung starben bei den Kämpfen in Tripolis allein am Sonntag 1300 Menschen.


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