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27.06.2000

15:39 Uhr

dpa FRANKFURT/MAIN. Mit einer patentierten "Cinema on Demand"- Technologie, die Ferseh-Zuschauern den Weg zur Videothek ersparen soll, geht die Marburger media(netCom) AG an die Börse. Die Aktien können von diesem Mittwoch an bis Montag bei einer Spanne von 18 Euro (35,20 DM) bis 21 Euro (41,07 DM) gezeichnet werden, sagte Vorstandschef Frank Hackenbuchner am Dienstag in Frankfurt. Der Zuteilungspreis werde am 4. Juli, einen Tag vor der Erstnotiz am Neuen Markt der Frankfurter Börse, mitgeteilt. Zunächst sollen 1,9 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung platziert werden. Der Börsenneuling rechnet mit einem Zufluss von 82,2 Mill. DM für weitere Investitionen.

Das "Cinema on Demand"-Prinzip soll Filmfreunden ermöglichen, sich per Fernbedienung Filme digital auf ein spezielles Empfängergerät zu ordern. Die Streifen stünden dann bei bester digitaler Qualität 24 Stunden lang zur Verfügung. Das Ausleihen eines Videofilms soll genauso teuer sein wie in herkömmlichen Videotheken (fünf bis acht DM). Installiert werden müssen zuvor aber eine Empfänger-Settop-Box (700 bis 1 000 DM) und ein Personal Video Recorder (1 000 bis 1 800 DM), wie Hackenbuchner sagte. Das Herunterladen einer Vorschau sei kostenlos und dauere bis zu fünf Minuten, das Laden eines ganzen Spielfilms könne zwei bis fünf Stunden in Anspruch nehmen.

Pilotprojekte laufen seit Mai mit verkabelten Haushalten in Neuruppin und Neubrandenburg. Weitere seien in Cottbus, Brandenburg, München, Linz und Wien geplant. Rund 300 000 verkabelte Fernsehhaushalte sollen so zunächst Zugriff auf die "virtuelle Videothek" haben. Das Marburger Unternehmen hat nach eigenen Angaben über Partner bereits Zugriff auf einen Bestand von 1 000 Filmen, der bis Jahresende auf 5 000 anwachsen soll. Das 1999 von Hackenbuchner gegründete Unternehmen mit heute 32 Beschäftigten rechnet damit, 2002/2003 erstmals Gewinne zu machen. Die Münchener Kinowelt Medien AG hat vor wenigen Tagen zehn Prozent des Marburger Unternehmens übernommen. Zu den 1,9 Mill. zum Börsengang angebotenen Aktien kommt eine Mehrzuteilungsoption von insgesamt 200 000 Aktien.

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