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20.03.2003

06:03 Uhr

Gefahr von Anschlägen hat sich verschärft

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland

Nach dem Beginn des Krieges gegen Irak haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihre Maßnahmen zum Schutz vor möglichen Anschlägen deutlich ausgeweitet. Das Innenministerium teilte in Berlin mit, die Terror-Gefahr habe sich verschärft, auch wenn es keine konkrete Hinweise auf Anschläge gebe.

Reuters BERLIN. In ganz Deutschland wurden insbesondere Einrichtungen der USA und ihrer Verbündeten zusätzlich geschützt. In der Hauptstadt verstärkte die Polizei die Zahl der Beamten und die Absperrungen vor den Botschaften der USA, Großbritanniens und Spaniens. Vor der US-Botschaft wurde eine Tasche entdeckt, deren Inhalt sich aber als harmlos herausstellte. Auch am Frankfurter Flughafen wurden die Sicherheitsvorkehrungen weiter hochgefahren. Polizei und Bundesgrenzschutz hätten ihre Streifen verstärkt, sagte der Verkehrsleiter vom Dienst. Das Kommando der US-Streitkräfte in Europa (Eucom) hatte die Warnstufe bereits am Dienstag auf das zweithöchste Niveau "Charlie" heraufgesetzt. Ähnliches gilt für das britische Militär.

Innenministerium fordert erhöhte Wachsamkeit

Das Innenministerium erklärte, es sei erhöhte Wachsamkeit geboten. Die Grenzkontrollen seien verstärkt worden. Im Frankfurter Flughafen wurden nach Angaben des Verkehrsleiters zusätzlich die Fluggesellschaften Qantas aus Australien sowie Iberia und Futura aus Spanien unter besonderen Schutz gestellt. Bisher waren auf dem Frankfurter Flughafen lediglich Passagiere auf Flügen und bei Fluggesellschaften aus den USA und Großbritannien doppelt kontrolliert worden. Auch in anderen Flughäfen wurden Überprüfungen verstärkt.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte bereits am Mittwoch angekündigt, die Gefahr von Anschlägen in Deutschland könne sich je nach Verlauf des Krieges erhöhen. Er warnte vor so genannten Spontantätern aus dem Bereich des extremistischen fundamentalistischen Islamismus. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte jedoch, es bestehe kein Anlass zur Panik.

Bundesländer erhöhen Sicherheitsvorkehrungen

In einigen Bundesländern wie Hessen und Rheinland-Pfalz wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch in der Nacht erhöht. "Die Sicherheitslage hat sich mit Kriegsbeginn verschärft", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Rheinland-Pfalz, wo sich mit dem Fliegerhorst Ramstein und dem Lazarett in Landstuhl einige der größten US-Stützpunkte außerhalb der USA befinden. Die Bewachung der amerikanischen Stützpunkte, anderer amerikanischer sowie jüdischer und israelischer Einrichtungen sei verstärkt worden. In Frankfurt/Main wurden die Bankenhochhäuser in der Innenstadt nach Angaben der Polizei verstärkt bewacht.

Tasche vor US-Botschaft erweist sich als ungefährlich

Eine verdächtigte Tasche vor der US-Botschaft in Berlin erwies sich als ungefährlich. Die Polizei habe sie mit einem Hochdruck-Wasserstrahl geöffnet, sagte ein Polizeisprecher. Dabei habe sich heraus gestellt, dass die Tasche lediglich mit Zementresten gefüllt sei. Das Gelände vor der US-Botschaft in Berlin war wegen der Tasche weiträumig abgesperrt worden. Das Gebäude wurde jedoch nicht evakuiert.

Knapp zwei Stunden nach Auslaufen ihres Ultimatums an die irakische Führung hatten die USA und Großbritannien in der Nacht zum Donnerstag mit Luftangriffen ihren Krieg gegen Irak begonnen. Die USA hatten Iraks Präsident Saddam Hussein ultimativ aufgefordert, ins Exil zu gehen, um den Krieg noch abzuwenden. Saddam hatte dies abgelehnt.

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