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28.01.2003

13:49 Uhr

Geforderte Technik soll integriert werden

Tomra und Prokent geben nicht auf

Führende Hersteller von Pfandautomaten sehen sich trotz der überraschenden Entscheidung des Handels zu Gunsten einer neuen Sicherheitstechnik für die Einweg-Rücknahme weiter im Geschäft.

Reuters BERLIN. "Wir werden mit Volldampf konstruktiv mitarbeiten", sagte ein Sprecher der Tomra GmbH, der deutschen Tochter der norwegischen Tomra Systems, die weltweit Marktführer für Rücknahmeautomaten ist. Ziel sei nun, die vorgeschlagene Technik in die eigenen Automaten zu integrieren. Hier gebe es aber derzeit noch viele ungeklärte technische Fragen. Das Ziel des Handels, das Pfandsystem bis zum 1. Oktober flächendeckend einzuführen, sei "noch ambitionierter" geworden.

Handel und Getränkeindustrie hatten sich am Freitag überraschend auf eine Sicherheitstechnik bei der Einweg-Rücknahme geeinigt hatten, die keiner der großen Hersteller angeboten hatte. Bei dieser Technik soll auf die Verpackungen eine Farbmarkierung gedruckt und von den Automaten bei der Rückgabe entwertet werden. Unklar ist Branchenexperten zufolge jedoch, wie die Entwertung technisch umzusetzen ist.

Ein Sprecher der thüringischen Prokent AG sagte, seine Firma werde sich an Gesprächen in einer neuen Arbeitsgruppe von Handel, Verpackungsfirmen, Getränkeindustrie und Automatenherstellern konstruktiv beteiligen. "Wir sehen uns neben Tomra als die einzigen im Markt, die die Anforderungen von der Kapazität und von der Technik her leisten können", fügte er hinzu. Es sei aber unrealistisch, die jetzt vom Handel favorisierte Lösung bis zum 1. Oktober umzusetzen. Auch die Deutsche Pfand AG, eine Tochter der RWE Umwelt prüft nach Angaben eines Sprechers, inwieweit sie den aktuellen Vorschlag in ihre Automaten-Technik integrieren kann.

Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, es gebe keinen Anlass, an der bisherigen Terminierung für die Umsetzung des Pfands zu zweifeln: "Wir gehen davon aus, dass das System zum 1.10. steht." Handel und Umweltministerium hatten monatelang um das Einweg-Pfand gestritten. Seit 1. Januar wird auf Dosen und Einwegflaschen für Bier, Mineralwasser, Cola und Limonaden je nach Verpackungsgröße 25 oder 50 Cent Pfand erhoben.

Die Aktien von Tomra notierten am Dienstagmittag rund 2,6 Prozent fester mit 35,70 Kronen. Am Montag war das Papier noch um 40 Prozent eingebrochen.

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