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14.02.2002

19:00 Uhr

Gehaltsverzicht umstritten

Flugbegleiter wollen Lufthansa verklagen

VonHELMUT HAUSCHILD

Ein neuer Streit der Lufthansa mit ihrem Personal gefährdet das Sanierungskonzept der Kranich-Airline. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) macht mobil gegen die im Dezember zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi vereinbarte Stundung des Urlaubsgeldes für 2002.

BERLIN. Die Interessenvertretung von rund 5100 Beschäftigten in der Kabine fordert, dass die Sonderzahlung in Höhe eines halben Monatsgehalts pünktlich Ende Mai ausgezahlt wird. Andernfalls will Ufo gegen die Lufthansa vor Gericht ziehen. "Nach Prüfung durch unsere Arbeitsrechtler haben wir keinen Zweifel am Erfolg einer Klage", sagte Ufo-Vorstand Uwe Hien dem Handelsblatt.

Ein Sprecher der Lufthansa betonte, man sehe der Klage "mit großer Gelassenheit" entgegen. UFO solle sich lieber aktiv an der Sanierung des Unternehmens beteiligen, als "solche Petitessen zum Thema zu machen", so der Sprecher weiter. Hintergrund des Konflikts ist die Ankündigung von Lufthansa-Chef Jürgen Weber, das Unternehmen werde entgegen der Prognosen nach dem 11. September im Geschäftsjahr 2001 einen operativen Gewinn erzielen.

Der Tarifvertrag über einen Gehaltsverzicht war von Verdi im Dezember unter dem Eindruck eines möglichen hohen Verlustes unterschrieben worden, um einen massiven Stellenabbau zu verhindern. Er sieht vor, das Urlaubsgeld 2002 auszusetzen und frühestens im ersten Quartal 2003 über seine rückwirkende Auszahlung zu verhandeln. Ferner wurde die nächste Gehaltserhöhung um sieben Monate auf Anfang November 2003 verschoben.

Ufo wirft der Gewerkschaft Verdi vor, sie habe sich von der Lufthansa über den Tisch ziehen lassen, weil sie diese Zugeständnisse nicht von der Geschäftsentwicklung abhängig gemacht habe. Konzernchef Weber verspricht sich von dem Paket Einsparungen in Höhe von 210 Mill. Euro.

Die Flugbegleiterorganisation UFO argumentiert, der zwischen Verdi und Lufthansa ausgehandelte Gehaltsverzicht sei für 5 000 der insgesamt 12 500 Beschäftigten in der Kabine ungültig, da ihnen das Urlaubsgeld einzelvertraglich zugesichert sei.

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