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10.01.2003

11:12 Uhr

Geheimnis um dritten Bieter

Drei Interessenten für mmO2 Niederlande

Der vergleichsweise kleine britische Mobilfunkkonzern mmO2 führt nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen mit drei Wettbewerbern Verkaufsgespräche für seine verlustreiche niederländische Tochter.

Reuters FRANKFURT. Aus den Kreisen verlautete in der Nacht zum Freitag, die Interessenten seien die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, der britische Konkurrent Vodafone sowie ein drittes internationales Mobilfunkunternehmen, dessen Identität nicht genannt wurde.

Die Verhandlungen befänden sich in einem frühen Stadium und könnten in rund acht Wochen abgeschlossen sein. In einem am Donnerstag auf der Internetseite des niederländischen Wirtschaftsmagazins FEM/Dag veröffentlichten Bericht hatte es geheißen, die Telekom-Tochter und Vodafone prüften die Geschäftszahlen von mmO2 NL. Die Übernahme könnte einen Baranteil zwischen 100 und 200 Mill. Euro haben, hieß es in dem Bericht.

Der niederländische Mobilfunkmarkt steht nach Einschätzung von Marktbeobachtern vor einer Konsolidierung, da fünf Anbieter um die Kunden konkurrieren. Der Chef des britischen Mobilfunkkonzerns mmO2, Peter Erskine, hatte vor gut drei Monaten gesagt, eine Marktbereinigung sei in den Niederlanden wahrscheinlicher als in Deutschland. Analysten hatten mmO2 wiederholt geraten, sich aus beiden Ländern zurückzuziehen und sich auf den britischen und irischen Markt zu konzentrieren. An der Börse legten die Aktien von mmO2 am Freitag im frühen Handel erneut überdurchschnittlich um rund drei Prozent auf 50,5 Pence zu.

Mobilfunkmarktführer in den Niederlanden ist Branchenangaben zufolge mit rund 43 Prozent die Mobilfunktochter von KPN, KPN Mobile, gefolgt von der Vodafone-Tochter Libertel mit einem Marktanteil von gut 27 Prozent. Das restliche Drittel des vergleichsweise kleinen Marktes teilen sich mit jeweils ähnlich hohen Anteilen mmO2 NL, die T-Mobile-Tochter Ben und die Tochter von Orange, Dutchtone.

Die Identität des dritten Interessenten für mmO2 wollten die verhandlungsnahen Kreisen nicht preisgeben. Aus den Kreisen verlautete lediglich, das Unternehmen sei sowohl auf dem niederländischen wie dem deutschen Mobilfunkmarkt aktiv, sei in Deutschland jedoch kein Netzbetreiber. Damit scheidet der niederländische Marktführer KPN aus, dem auch der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland, E-Plus, gehört. Möglichweise interessiert sich jedoch die Tochter des französischen Mobilfunkkonzerns Orange, Dutchtone, für mmO2, um seine Kundenzahl zu steigern und die Geschäftsbasis zu verbreitern.

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