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25.06.2000

13:17 Uhr

Geheimtreffen von Westerwelle, Gerhardt und Lambsdorff dementiert

Angeblich Pakt der FDP-Führung gegen Möllemann

Die FDP-Führung soll eine Strategie gegen den NRW-Landesvorsitzenden Jürgen Möllemann verabredet haben, um dessen Einfluss zu beschneiden.

ap BERLIN. FDP-Chef Wolfgang Gerhardt und Generalsekretär Guido Westerwelle haben einen Bericht dementiert, sie hätten einen Pakt gegen den nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Jürgen Möllemann geschlossen. Es sei keine gemeinsame Strategie entwickelt worden, um den partei-internen Einfluss Möllemanns zu begrenzen, erklärten beide FDP-Politiker am Sonntag in Berlin.

Sie reagierten auf einen Bericht der "Welt am Sonntag". Die Zeitung hatte gemeldet, Gerhardt, Westerwelle und der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff hätten in einem Geheimtreffen einen Weg vereinbart, Möllemanns interne Macht klein zu halten. Das Trio glaube, Möllemann strebe den Bundesvorsitz an und wolle massiv in die Wahlkampfstrategie eingreifen. Durch seine politische Konzeption drohe die FDP, eine völlig andere Partei zu werden. Das müsse verhindert werden.

Möllemann wollte den Bericht nicht kommentieren. Gerhardt bestätigte das Treffen, betonte aber, dies sei nicht geheim gewesen, sondern habe "im Rahmen einer regulären Terminvereinbarung" stattgefunden. Es seien gänzlich andere Themen besprochen worden. Westerwelle sagte: "Ich weiß nichts von einem Geheimtreffen und habe an einem solchen nicht teilgenommen". Die Zusammenarbeit mit Möllemann sei gut und solle fortgesetzt werden.

Laut "Welt am Sonntag" sollen die drei FDP-Politiker Möllemann "substanzlose Effekthascherei" und eine "Haiderisierung" der Partei vorgeworfen haben. Die FDP dürfe jedoch nicht in Beliebigkeit abgleiten, auch wenn sie damit Siege erringe.

Gerhardt legt Strategiepapier vor

Gerhardt will dem Präsidium am Montag ein Strategiepapier zur künftigen Wahlkampftaktik vorlegen. Unter dem Motto "Was jetzt zu tun ist", habe er seine Überlegungen zur strategischen Vorbereitung aufgeschrieben, sagte der FDP-Vorsitzende. "Sie sind nicht geheimnisvoll, sondern offen." Gerhardt forderte die Partei auf, über seine Thesen zu diskutieren und eigene Vorschläge zu machen.

"Welt am Sonntag" hatte die Ausführungen als Geheimpapier bezeichnet und erklärt, eine Passage zu künftigen Wahlkampagnen ziele klar auf Möllemann ab: "Die Formen der Darstellung müssen den liberalen Inhalten entsprechen. Auf dem Weg zu einem zweistelligen Potenzial ist die freiheitliche Botschaft der FDP in Substanz und Qualität entscheidend."

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