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14.01.2003

10:08 Uhr

"Geht zur Seite Jungs, wir kommen jetzt rein"

Blix: Aufmarsch setzt Inspektoren unter Druck

Durch den Aufmarsch der amerikanischen und britischen Truppen in der Golfregion sehen sich die UN-Waffeninspektoren im Irak zunehmend unter Zeitdruck. Das sagte der Chef der UN-Inspektoren, Hans Blix, am Montag in einem Interview mit der britischen BBC.

Hans Blix. Foto: dpa

Hans Blix. Foto: dpa

HB/dpa LONDON/PARIS. Er sei nicht sicher, ob ihm genug Zeit gegeben werde, seine Arbeit zu beenden, sagte Blix, obwohl den Inspektoren mittlerweile auch Hinweise westlicher Geheimdienste auf mögliche Massenvernichtungswaffen im Irak vorliegen. "Es kann sein, dass es eines Tages heißt, "'Geht zur Seite Jungs, wir kommen jetzt rein'", sagte Blix mit Blick auf die ständig größer werdende Zahl an amerikanischen und britischen Soldaten in der Golfregion.

Er glaube aber, dass die allermeisten Menschen und die meisten Regierungen lieber eine friedliche Entwaffnung des Irak sehen würden, sagte Blix. Zuvor hatte bereits der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, in Paris betont, dass die Waffeninspekteure im Irak noch "einige Monate" bräuchten, um ihre Arbeit erfolgreich beenden zu können. Nach einem Gespräch mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin sagte el Baradei, bislang nehme der Irak "eine passive Haltung ein, wir wünschten uns eine aktive Zusammenarbeit".

IAEO-Sprecher Mark Gwozdecky sagte der BBC, die Waffeninspekteure benötigten etwa ein Jahr für eine "zuverlässige" Untersuchung der irakischen Waffenprogramme. In vielen Fällen müssten Einrichtungen mehrfach durchsucht werden. Er äußerte sich dennoch zuversichtlich, dass die Experten vor Ort jedes verbotene Nuklearprogramm entdecken könnten. Angesichts der bisher guten Kooperation der Iraker sei dies möglich.

"Ist es nicht ein Jahr wert, um eine nachhaltige, überprüfbare Lösung diese Problems zu bekommen?"

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