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07.08.2000

16:02 Uhr

Reuters MANILA. Die Moslem-Rebellen auf den Südphilippinen, die Dutzende Geiseln in ihrer Gewalt halten, haben nach Schätzungen des philippinischen Militärs bislang rund elf Mill. DM Lösegeld für freigelassene Geiseln kassiert. Der philippinische Militärchef General Angelo Reyes sagte am Montag in einer Kabinettssitzung, der Großteil des Geldes sei bereits in den Kauf von Waffen und Munition geflossen. Die Rebellen haben bislang 13 Geiseln freigelassen, haben aber noch mindestens 29 in ihrer Gewalt, darunter zwei Deutsche.

Ein Sprecher des philippinischen Präsidenten Joseph Estrada widersprach später den Äußerungen Reyes'. Die philippinische Regierung halte an ihrer Politik fest, kein Lösegeld zu zahlen. Auf dieser Basis werde auch mit den Rebellen der Abu Sayyaf verhandelt, die unter anderem am Ostersonntag eine Gruppe westlicher Touristen und malaysischer Hotelangestellten von der malaysischen Ferieninsel Sipadan auf die philippinische Insel Jolo verschleppt hatte. Zu dieser Gruppe gehörte auch Familie Wallert aus Göttingen. Renate Wallert wurde inzwischen freigelassen, ihr Mann und ihr Sohn befinden sich weiter in der Gewalt der Abu Sayyaf. Moslem-Rebellen hatten auch den deutschen "Spiegel"-Reporter Andreas Lorenz verschleppt, der zu dem Schicksal der Geiseln recherchieren wollte.

Der Präsidialamtssprecher räumte jedoch ein, dass in einigen Fällen die Vermittlungsbemühungen der Regierung unterlaufen würden. Offiziell hat die philippinische Regierung bislang nicht bestätigt, dass Lösegeld gezahlt worden ist. Lokale Behörden machen jedoch gegenteilige Angaben.

Die Rebellen kämpfen für einen unabhängigen Moslemstaat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen.

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