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04.08.2000

16:39 Uhr

Reuters MANILA. In der Geiselkrise auf Jolo rechnen die Unterhändler der philippinischen Regierung mit der baldigen Freilassung von drei malaysischen Geiseln aus der Gewalt der Moslem-Bewegung Abu Sayyaf. Chef-Unterhändler Roberto Aventajado sagte am Freitag, die drei Malaysier könnten am Sonntag oder Montag freikommen. Sie gehören zu der Gruppe von 21 Geiseln, die am Ostersonntag von der malaysischen Insel Sipadan auf die philippinische Insel Jolo verschleppt wurden. Darunter waren auch drei Angehörige der Göttinger Familie Wallert. In Libanon rief eine Zeitung dazu auf, Geld zu sammeln, um eine gebürtige Libanesin freizukaufen, die sich ebenfalls seit mehr als drei Monaten in der Hand der Abu Sayyaf befindet.

Aventajado sagte, er werde sich am Samstag mit malaysischen Regierungsvertretern in Zamboanga auf Mindanao treffen, um mit ihnen über die Forderungen der Rebellen zu sprechen. Dann werde er sich für eine schnelle Freilassung einsetzen. Die Unterhändler hatten bereits mehrfach Termine genannt, zu denen Geiseln freigelassen werden sollten. Oft wurden die Hoffnungen jedoch enttäuscht.

Libanesische Zeitung startet Spendenaktion

Die libanesische Tageszeitung "An Nahar" veröffentlichte am Freitag eine ganzseitige Anzeige, in der sie zu Spenden für Marie Moarbis aufrief. Das Blatt selbst spendete nach eigenen Angaben 10 000 $ (mehr als 20 000 Mark). Moarbis hat während ihrer Geiselhaft die französische Staatsbürgerschaft erhalten. Bislang haben die Entführer sechs der anfangs neun malaysischen Geiseln und die Deutsche Renate Wallert freigelassen. Mehrfach hatte es geheißen, für die Geiseln sei Lösegeld bezahlt worden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

Moslem-Rebellen hatten auch den deutschen "Spiegel"-Reporter Andreas Lorenz verschleppt, der zu dem Schicksal der Geiseln recherchieren wollte. Lorenz kam in der vergangenen Woche frei. Der "Spiegel" hatte nach eigenen Angaben für Lorenz' Freilassung Lösegeld bezahlt, die Summe aber nicht genannt.

Die Abu Sayyaf kämpft für einen unabhängigen Moslemstaat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen.

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