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28.06.2000

08:44 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Darstellung ihres Chefvolkswirtes Otmar Issing handeln, wenn die Schwäche des Euro die Preisstabilität gefährdet. Nach einem in redaktioneller Fassung vorliegenden Interview mit dem Münchner Magazin "Focus Money" sagte Issing: "Wenn die Schwäche des Euro über einen Anstieg der Importpreise die innere Preisstabilität gefährdet, handelt die EZB entsprechend." Die Politik der EZB ziele auf die Inflation im Gesamten ab und sei deshalb nicht, wie Steuern und Ölpreisanstieg, für die hohen Benzinpreise verantwortlich. Die EZB wird Sorge tragen, dass wir auch im nächsten Jahr eine Inflationsrate haben, die unter zwei Prozent liegt,", sagte er.

Für die Schwäche des Euro machte Issing dem Text zufolge vor allem die Politik verantwortlich. "Fest steht, dass das Niveau der Steuern in Europa generell zu hoch ist. Dies belastet die wirtschaftliche Aktivität. Investitionen unterbleiben, die Chance für höhere Beschäftigung wird vertan," sagte Issing. Ein besonderes Dilemma, auf das die EZB im nächsten Monatsbericht eingehen werde, sei der Zustand der Altersversorgungssysteme: "Das Rentenproblem ist eine Zeitbombe für die meisten Staatshaushalte in Europa. Die Zahlungsverpflichtungen stellen praktisch eine riesige verborgene Staatsschuld dar," sagte er.

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