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27.06.2000

16:32 Uhr

ap HANNOVER. Die Stadtverwaltung Hannover und die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr gehen gemeinsam der Benachteiligung von Frauen durch Tarifverträge für den öffentlichen Dienst nach. In einem wissenschaftlich begleiteten Projekt würden die Bewertungsmaßstäbe für die Tätigkeiten von Männern und Frauen geprüft, sagte der städtische Personaldezernent Frank Bsirske am Dienstag. Ziel sei es, eine unterschiedliche Bezahlung gleichwertiger Tätigkeiten von Frauen und Männern zu unterbinden und den Grundsatz "gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit" zu verwirklichen.

Nach Angaben des ÖTV-Tarifkoordinators Erhard Ott hat ein von der Gewerkschaft in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass die in Tarifverträgen an und für sich wertfrei beschriebenen Tätigkeitsmerkmale zur Diskriminierung von Frauen führen, so dass diese trotz gleichwertiger Tätigkeit schlechter eingruppiert und bezahlt würden. Bei dem jetzigen Projekt würden nunmehr frauen- und männerdominierte Tätigkeiten, wie beispielsweise jene einer Bibliothekarin und eines Ingenieurs, einer Altenpflegerin und eines Technikers oder einer Küchenhilfe und eines Arbeiters in der Abfallwirtschaft konkret miteinander verglichen, sagte Ott. Eigens geschulte Kommissionen sollten prüfen, ob Hinweise auf Frauendiskriminierung zu belegen seien.

Bei der anstehenden Modernisierung des öffentlichen Tarifrechts sollten eventuelle Diskriminierungen beseitigt werden, sagte Ott. Bsirske betonte, die Gleichstellung von Männern und Frauen sei eines der strategischen Ziele der Verwaltungsreform in Hannover. Erste Ergebnisse erwarte man für September.

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