Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2003

15:48 Uhr

Gemeinschaftswährung notiert bei 1,08 Dollar

Euro steigt zum Dollar

Die anhaltende Angst vor einem Krieg in Irak und Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft haben nach Händlerangaben am Donnerstag für Kursgewinne des Euro zum Dollar gesorgt.

Reuters FRANKFURT. Devisenhändler erwarteten neue Impulse von weiteren US-Konjunkturdaten im Tagesverlauf, nachdem bereits am frühen Nachmittag unter anderem Zahlen zu den Erzeugerpreisen und zur Handelsbilanz veröffentlicht wurden. Im Handelsverlauf werden noch der Bericht der Notenbank von Philadelphia (Philly Fed) für Februar und die Frühindikatoren für Januar erwartet.

Der Euro notierte gegen 15.00 Uhr MEZ mit Kursen um 1,0800 Dollar nach einer letzten Notiz von 1,0746/52 Dollar am Vorabend im US-Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs in Frankfurt mit 1,0763 (Mittwoch 1,0717) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken war zuvor ein Kurs von 1,0770 (1,0718) Dollar festgestellt worden.

"Die US-Handelsbilanz und die Philly-Fed-Umfrage sind die Zahlen, auf die geschaut wird", sagte Analyst Shahab Jalinoos von UBS Warburg. Sein Kollege Dieter Schwarz schrieb in einem Marktkommentar der Helaba Trust, die größte Bedeutung komme der Umfrage der Philadelphia Fed zu.

Das Defizit in der US-Handelsbilanz weitete sich im Dezember entgegen den Erwartungen von Analysten auf ein Rekordniveau von 44,24 nach 40,0 Milliarden Dollar im November aus. Auch im Gesamtjahr 2002 stieg der Fehlbetrag damit kräftig auf ein Rekordhoch von 435,2 Milliarden Dollar.Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang des Fehlbetrags auf 38,77 Milliarden Dollar erwartet. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Januar um 1,6 Prozent nach minus 0,1 Prozent im Dezember. Analysten hatten hier im Schnitt mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Der Index der Philly Fed, der auf die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes des Ballungsraums um Philadelphia vorausblickt, wird der durchschnittlichen Schätzung von Reuters befragter Analysten zufolge auf 10,3 Punkte zurückgehen von 11,2 Punkten im Januar. Sollte der Philly-Fed-Index einbrechen, könnte Schwarz zufolge eine Serie von Herabstufungen der Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA seitens von US-Volkswirten die Folge sein. "Auch der von der Fed vorsichtig optimistisch formulierte Wachstumsausblick wäre zumindest zum Teil in Frage zu stellen. Als logische Folge sollte sich ferner eine Zunahme der Zinssenkungsfantasie und damit eine Fortsetzung der positiven Performance der Bondmärkte einstellen", schrieb Schwarz. Der Eintritt dieses Szenarios wäre Schwarz zufolge klar negativ für den Dollar.

Für die Frühindikatoren - ein aus mehreren Daten zusammengesetztes Barometer, das einen Blick auf die Konjunkturentwicklung in den kommenden Monaten eröffnen will - erwarten die Analysten wie schon im Vormonat einen Anstieg von 0,1 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×