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30.01.2003

12:42 Uhr

Genaue Zahlen erst im Februar

Starker Euro belastet Schering-Umsatz

Der Berliner Pharmakonzern Schering leidet unter dem starken Euro und hat im vierten Quartal nur einen knapp im Rahmen der Analystenerwartungen liegenden Umsatz erzielt. 2003 werde das Gewinnwachstum im Gegensatz zum Vorjahr nur noch einstellig ausfallen, sagte Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz.

Reuters BERLIN. Im vierten Quartal 2002 kletterte der Umsatz lediglich um ein Prozent auf 1,271 Mrd. ?. Im Gesamtjahr 2002 stiegen die Erlöse um vier Prozent auf etwas über fünf Mrd. ?. Damit erfüllte das Berliner Unternehmen knapp seine eigene Prognose für das Gesamtjahr von einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Dies war in erster Linie den starken Verkäufen des Multiple-Sklerose Präparats Betaferon und der Anti-Baby-Pille Yasmin in den USA zu verdanken.

Genaue Zahlen für 2002 legt Schering erst im Februar vor. Dabei gehe man aber weiter von einem zweistelligen Gewinnwachstum aus, betonte das Unternehmen. Dies spiegelt auch die Ankündigung wider, die Dividende auf 93 Cent nach 83 Cent im Vorjahr zu erhöhen. Es ist bei Schering üblich, die Dividende analog zur Steigerung des Nettogewinns zu erhöhen. Mit Blick auf 2003 sagte Erlen: "Wir erwarten ein Umsatz- und ein Netto-Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich." Dies deutet darauf hin, dass Schering trotz Währungssicherungs-Geschäften nun auch beim Gewinn mit Auswirkungen des Euro-Kurses rechnet. Die Schering-Aktie verlor bis zur Mittagszeit knapp fünf Prozent auf 37,20 ?. Der Dax lag zur gleichen Zeit im Plus.

Schering leidet besonders unter dem zuletzt zum Dollar stark gestiegenen Euro, da das Unternehmen seine Produkte zu 53 % in Dollar-Regionen verkauft. Auch die schwachen Währungen in Lateinamerika und in Japan machten sich bemerkbar. In den USA konnte der Konzern in Landeswährung gerechnet seinen Umsatz im vierten Quartal um 21 % steigern. In Euro gerechnet blieb hier jedoch lediglich noch ein Plus von acht Prozent. Geschäfte zur Absicherung der Währungen hätten dafür gesorgt, dass der Gewinn nicht in gleicher Weise wie der Umsatz litten, erklärte das Unternehmen. Scherings wichtigstes Präparat, das Multiple-Sklerose Medikament Betaferon, erzielte 2002 einen Umsatz von 783 Mill. ? und damit ein Plus von 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit konnte das Mittel in etwa sein Umsatzwachstum aus den ersten Quartalen auch zum Ende des Jahres fortsetzen. Die Entwicklung bei Betaferon wird in der Branche besonders genau beobachtet, da der Schweizer Konzern Serono Anfang 2002 ein Konkurrenzprodukt auf den Markt gebracht hatte.

Mit der Antibaby-Pille Yasmin erlöste der Konzern den Angaben zufolge im abgelaufenen Jahr 152 Mill. ?. Yasmin gilt als einer der Hoffnungsträger des Konzerns und ist seit einem Jahr auf dem Markt. Vorstandschef Hubertus Erlen sagte, die Verkäufe von Yasmin lägen in den USA über den eigenen Erwartungen. Zudem werde das Produkt in diesem Jahr in weiteren Ländern eingeführt.

Die Analystin Meng Si von der Bankgesellschaft Berlin sagte, die Umsätze lägen am unteren Rand ihrer Erwartungen. Die Entwicklung von Yasmin und Betaferon seien aber positiv einzuschätzen. "Das organische Wachstum bei Schering ist intakt." Ähnlich äußerte sich Isabella Zinck von der Hypovereinsbank-Group. Betaferon sei eine positive Überraschung gewesen. "Die Wechselkurseffekte waren aber stärker als ich gedacht hatte." Daher seien die Umsätze knapp unter ihren Erwartungen gewesen.

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