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10.01.2002

10:00 Uhr

General Motors hebt Prognose für Quartalsgewinn an

Opel schließt 2001 mit hohem Verlust ab

Der krisengeschüttelte Rüsselsheimer Autohersteller Adam Opel AG wird nach Angaben aus Unternehmenskreisen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001 den höchsten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte ausweisen.

Reuters/zel/vwd FRANKFURT/DETROIT. Die deutsche Tochter des US-Autokonzerns General Motors habe einen operativen Verlust im Autogeschäft von rund 670 (502) Mill. Euro erwirtschaftet, hieß es in den Kreisen. Die Adam Opel AG werde für 2001 aber dennoch einen Jahresüberschuss im "hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich" darstellen können. Dies sei auf Dividenden der eigenen Opel-Bank zurückzuführen.

Ein Opel-Sprecher sagte dazu auf Anfrage: "Wir können das nicht kommentieren." Er verwies auf die Bekanntgabe der Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 auf der Bilanzpressekonferenz am 16. Januar.

Nach Angaben aus den Opel-Kreisen wird sich der neue Vorstandschef Carl-Peter Forster nun möglicherweise doch auf eine länger als erwartete Durststrecke einstellen müssen.

Ursprünglich wollte der von BMW erst im vergangenen Jahr nach Rüsselsheim gewechselte Manager schon 2002 den seit langem mit großen Schwierigkeiten kämpfenden Autohersteller im operativen Geschäft wieder an die Gewinnschwelle heranführen. Für 2003 sollten gänzlich schwarze Zahlen in der Bilanz ausgewiesen werden. "Das Ziel wird zumindest 2002 nur sehr schwer zu erreichen sein", hieß es dazu in den Unternehmenskreisen. Die allgemeine Branchenkonjunktur habe sich zuletzt weiter verschlechtert, vor allem im Inland. Davon werde Opel, das nicht auf dem US-Markt seines Mutterkonzerns GM verkaufen darf, besonders getroffen.

Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wonach die Opel-Belegschaft nun vor einer Gehalts-Nullrunde stehe und auch auf das 13. Monatsgehalt in diesem Jahr verzichten müsse, wurden in den Kreisen jedoch zurückgewiesen. "Das ist noch längst nicht entschieden", hieß es. Gleichwohl solle der Abbau von 2500 der 36 000 Stellen beschleunigt und nach Möglichkeit noch dieses Jahr abgeschlossen werden.

Opels Mutterkonzern General Motors (GM) hob unterdessen die Prognose für das vierte Quartal 2001 an. GM erwartet für das vierte Quartal 2001 nun einen Gewinn von 0,60 $ je Aktie. Zuvor war der Autobauer von 0,50 $ je Anteilsschein ausgegangen. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, will er im laufenden Jahr einen Gewinn erzielen. Jedoch müssten zuvor die Kosten "deutlich" gesenkt und die Investitionen zurückgefahren werden, hieß es in Detroit.

In Europa wird GM erst im Jahr 2003 in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Europa-Präsident Michael Burns sagte auf einer Analystenkonferenz in Detroit, GM Europa werde in diesem Jahr wahrscheinlich mit einem Verlust von 350 Mill. $ abschließen.

Auch die Ford Motor Co, Dearborn, soll 2001 stärker in die Verlustzone geraten sein als bislang vermutet. Wie das "Manager Magazin Online" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, beläuft sich der Verlust 2001 auf rund 2,5 Mrd. $. Im Jahr 2000 hatte der US-Autobauer einen Gewinn von rund 994 Mill. $ ausgewiesen.

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