Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2013

18:03 Uhr

„Genugtuung“ für Netanjahu

UN-Übersetzerin stänkert - und bekommt Job-Angebot

Eine UN-Übersetzerin hat sich über die große Anzahl Resolutionen gegen Israel aufgeregt, ohne zu wissen, dass ihre Worte in den Saal übertragen wurden. Ministerpräsident Netanjahu bot ihr einen Job an.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erlebte einen „Moment der Genugtuung“. dpa

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erlebte einen „Moment der Genugtuung“.

JerusalemVersehentliche Schützenhilfe für Israel hat einer UN-Übersetzerin ein Jobangebot des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eingebracht. Die Dolmetscherin vom Spanischen ins Englische hatte sich bei einer Sitzung der Vereinten Nationen über die große Anzahl Resolutionen gegen Israel aufgeregt, ohne zu wissen, dass ihre Äußerungen wegen einer Mikrofonpanne im Saal übertragen werden.

„Ich denke, wenn man fünf, nein, etwa zehn Resolutionen über Israel und die Palästinenser hat, da muss doch etwas sein, das ist ein bisschen viel, oder?“, sagte die Frau nach Medienberichten am Donnerstag im Gespräch mit einer Kollegin. Es passieren auch andere wirklich schlimme Dinge auf der Welt, „aber darüber sagt niemand etwas“. Als sie merkte, dass ihre Äußerungen per Mikrofon übertragen werden, entschuldigte die Übersetzerin sich schnell.

Netanjahu sagte am Sonntag während der Kabinettssitzung in Jerusalem dazu: „Ich möchte der Übersetzerin sagen, dass ihr eine Beschäftigung im Staat Israel sicher ist.“ Die Dolmetscherin habe „den Schleier der Heuchelei vom Antlitz der ständigen Angriffe gegen uns weggerissen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Dies habe ihm einen seltenen „Moment der Genugtuung“ verschafft.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Leser

18.11.2013, 08:37 Uhr

Liebes Handelsblatt,
mich nervt es, wie gedankenlos in vielen Ihrer Artikel - so wie in diesem - mit bestimmten Begriffen hantiert wird, offensichtlich nur, um eine griffige Schlagzeile zu erhalten. Bin ich wegen dieser Kritik jetzt ein Stänkerer?

Stänkern bedeutet doch, mit Häme, Polemik oder Unsachlichkeit Streit zu suchen. Davon lese ich in dem Artikel aber nichts, sondern vielmehr von einer einfachen Meinungsäußerung ("ich denke..."), die versehentlich öffentlich wurde. Ihre Deutung dagegen ist nicht nur unprofessionell, sondern diskreditiert auch die Übersetzerin!

DorotheaSaur

19.11.2013, 10:35 Uhr

Liebes Handelsblatt,
als seriöses Blatt sollte der Unterschied zwischen einer Übersetzerin (schriftliches Erstellen einer Arbeit in eine andere Sprache) und einer Dolmetscherin (mündliche Übertragung in eine andere Sprache - hier simultan) klar gemacht sein. Es handelt sich hier wohl um ein Versehen aus der Kabine, wo man weiter "on air" ist, wenn man den Knopf bei Pausen aus Versehen nicht ausdrückt. Dann kommen persönliche Meinungen aus der Simultan Kabine - das passiert schon mal und kann zu kuriosen Reaktionen führen. Ich würde um Korrektur dieses Artikels bitten im Sinne einer korrekten Darstellung der persönlichen Meinung einer Konferenzdolmetscherin.
Herzlichen Dank und beste Grüsse. D. Saur, Dolmetscherin

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×