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14.02.2002

19:00 Uhr

Geringes Anlegerinteresse am Kleinwertesegment

Dem Smax laufen die Unternehmen davon

Für einige Investoren ist es ein Segment, das kurz vor der Wiederentdeckung steht, etliche Unternehmen rügen hingegen vor allem die hohen Kosten, aber den geringen Nutzen. Aus diesem Grund kündigte gestern auch der Fertighaus-Hersteller Kampa-Haus seinen Austritt aus dem Kleinwertesegment Smax an.

scc FRANKFURT/M. Zuvor hatten etwa ein Dutzend weiterer Unternehmen "das Qualitätssegment für Smallcaps", wie es die Deutsche Börse nennt, verlassen, darunter so namhafte Unternehmen wie WMF oder Schuler. Erst vorige Woche machte der bayerische Tondachziegel-Hersteller Creaton - einst Gründungsmitglied des Segments im April 1999 - aus ähnlichen Gründen einen Rückzieher. "Unser Designated Sponsor verlangte künftig 50 000 Euro statt bisher 50 000 DM im Jahr", so Creaton-Finanzvorstand Karsten Schüssler bei einer Veranstaltung der Fondsgesellschaft Lupus Alpha. Zudem kamen hohe Kosten für die Quartalsberichterstattung und eine Analystenveranstaltung. Der Kursentwicklung habe das Listing im Smax nicht gedient. Nun kommt der Wechsel an den Geregelten Markt. "Als Dachziegel-Hersteller erwirtschaften wir im ersten Quartal bestenfalls 12 % des Jahresumsatzes. Für diese Zeit werden wir uns nun den Quartalsbericht sparen", so Schüssler.

Für den Anleger soll sich bei den Unternehmen, die an den Geregelten Markt wechseln in den meisten Fällen nichts ändern. "Eine progressive Informationspolitik", verspricht Schüssler. Kampa-Finanzvorstand Günter Baum will zusätzlich zur Analystenkonferenz sogar die Quartalsberichte beibehalten.

Rainer Riess, bei der Deutschen Börse unter anderem für den Smax verantwortlich, sieht trotz der Austritte keinen Anlass zur Besorgnis. Zwar rechnet er mit weiteren Abgängen im Lauf des Jahres. Trotzdem appellierte er an die Fairness im Umgang mit dem Kleinwertesegment: "Als Börse können wir keine Liquidität produzieren, sondern lediglich die Plattform bieten", so Riess. Wichtig für ein besseres Image sind nach Ansicht von Lupus Alpha Fondsmanager Karl Fickel vor allem Neuemissionen. "Unabhängig vom Unternehmen hätte der Name Nordsee des Smax im vergangenen Jahr gut getan", trauert Fickel dem im Sommer gescheiterten Emissionsversuch des Fischhändlers nach.

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