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31.01.2002

12:45 Uhr

Geringster Preisauftrieb in Nordrhein-Westfalen

Keine Preisexplosion durch Euro-Einführung

Angesichts des Wintereinbruchs stark gestiegene Preise für Gemüse und die Erhöhung der Energie- und Tabaksteuer haben die Preise in Deutschland im Januar kräftig steigen lassen. In fünf von sechs Bundesländern lagen die Preise um über 2 % über dem Vorjahresmonat. Lediglich in Nordrhein-Westfalen blieb der Preisauftrieb mit 1,8 % unter dieser Marke.

Foto: ap

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afp WIESBADEN. Im Vergleich zum Dezember zogen die Preise um 0,9 % an. Für einen deutlichen Einfluss des Euro auf die Preisentwicklung sahen die Statistiker zunächst keine Anzeichen. Das Statistische Bundesamt wollte auf Grundlage der Länderdaten noch am Donnerstag eine erste Schätzung für die bundesweite Inflationsrate bekannt geben.

In Sachsen, Brandenburg und Baden-Württemberg legten die Preise im Januar mit 2,3 % am deutlichsten zu. In Bayern betrug der Preisauftrieb 2,2 %, in Hessen 2,1 %. Gegenüber dem Dezember stiegen die Verbraucherpreise in Sachsen mit 1,2 % am stärksten, gefolgt von Hessen mit 1,1 %. In Baden-Württemberg, Brandenburg und Bayern wurde eine Erhöhung von 0,9 % verzeichnet. Am wenigsten von Preissteigerungen betroffen waren die Bürger in Nordrhein-Westfalen mit 0,8 %.

Überdurchschnittliche Preissanstieg wurden in allen Ländern bei Nahrungsmitteln und vor allem bei Saisonwaren wie Obst und Gemüse registriert, die sich etwa in Brandenburg um 23 % verteuerten. "Explosionsartige Preisanstiege" gegenüber dem Dezember habe es vor allem bei Kopfsalat (plus 119,6 %) und Blumenkohl (plus 89 %) gegeben, erklärten die brandenburger Statistiker. Ähnliche Entwicklungen meldeten auch die anderen Landesämter. Gleichzeitig verwiesen die Statistiker auf die Anfang Januar in Kraft getretene nächste Stufe der Ökosteuer, die Kraftstoffe und Strom verteuerte, und auf die Erhöhung der Tabak- und Versicherungssteuer.

Mit Blick auf die Euro-Einführung stellte das Brandenburgische Statistikamt im Januar "deutlich mehr Preisveränderungen fest" als sonst üblich. 40 % aller beobachteten Preise hätten sich von Dezember auf Januar bewegt. Dabei waren 21,6 % Preiserhöhungen und 18,4 % Preissenkungen. Die höchste Zahl der Preisveränderungen sei bei Wohnungsmieten und Dienstleistungen verzeichnet worden: Hier lag der Anteil der veränderten Preise bei 56,1 %. Das sächsische Statistikamt verwies aber auch darauf, dass gerade im Dienstleistungsbereich die Ökosteuer die Kosten für die Anbieter erhöht habe.

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