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30.01.2002

19:59 Uhr

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Germania prüft juristische Schritte gegen Lufthansa

Die Berliner Fluggesellschaft Germania will die Lufthansa auf Schadenersatz verklagen, sollte sie den vom Bundeskartellamt geforderten Preisabstand zwischen den beiden Gesellschaften nicht einhalten.

rtr FRANKFURT. "Wir werden den Bescheid des Kartellamtes an die Lufthansa abwarten und wenn sie daraufhin nicht ihre Preise anhebt, werden wir auf Schadenersatz klagen", sagte Germania-Eigentümer Hinrich Bischoff der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend. Das Bundeskartellamt hatte die Lufthansa vergangene Woche abgemahnt und ihr vorgeworfen, mit Dumpingpreisen wolle sie die Germania von der Strecke Frankfurt-Berlin verdrängen. Daher müsse die Lufthansa für diese Strecke 40 ? mehr verlangen als Germania. Die Lufthansa bezeichnete dies als inakzeptabel. Die Aussagen Bischoffs wollte die Lufthansa am Mittwochabend nicht kommentieren.

Sollte die Lufthansa es unterlassen, 40 ? mehr für die Strecke zu verlangen, würde Germania ihren Flugpreis auf der Strecke senken und dann "die Differenz als Schaden einklagen", sagte Bischoff. Nachdem die Lufthansa auf der Strecke Frankfurt-Berlin ihre Preise in der frei buchbaren Kategorie gesenkt hatte, seien die Buchungszahlen bei Germania nahezu halbiert worden, fügte er hinzu.

Die Lufthansa hatte am Mittwoch mitgeteilt, in den kommenden zwei Wochen mit einer Untersagungsverfügung vom Kartellamt zu rechnen. Dagegen wolle sie beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde einlegen, beziehungsweise im Falle der Anordnung des sofortigen Vollzugs, den Bescheid anfechten.

Die Berliner Germania hatte im November die Verbindung Berlin-Tegel/Frankfurt zum Preis von 99 ? je Strecke aufgenommen, worauf die Lufthansa mit einem neuen Preis von 100 ? pro Flug zwischen den beiden Städten reagierte. Nach Berechnungen des Bundeskartellamtes senkte die Lufthansa damit ihren früheren Preis um mehr als 60 % und flog zu Dumpingpreisen. Lufthansa und Germania hatten bis Mittwoch Zeit, beim Kartellamt Stellungnahmen zu dem Fall abzugeben.

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