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01.04.2003

10:27 Uhr

"Geschäft mit Zukunftspotenzial"

Siemens will Cycos übernehmen

Die Siemens AG will den Hersteller von Telekomsoftware für insgesamt 42 Millionen Euro in bar übernehmen. Der Elektronikkonzern bietet den Cycos-Aktionären 5,50 Euro je Aktie.

HB/dpa/rtr MÜNCHEN. Die Hauptaktionäre und weitere Anteilseigner, die insgesamt rund 66 Prozent der Aktien halten, hätten ihre Bereitschaft zum Verkauf zu diesem Preis signalisiert. Am Montag ging das Papier mit einem Kurs von 4,60 Euro aus dem Handel.

Eine Fusion muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Wie viel Aktien Siemens erwerben muss, um die Kontrolle bei Cycos übernehmen zu können, steht nach Angaben des Unternehmens noch nicht fest.

Die in Alsdorf bei Aachen angesiedelte Cycos AG, die im vergangenen Jahr mit rund 140 Mitarbeitern etwa 15 Millionen Euro umsetzte und im Schlussquartal erstmals seit dem Jahr 2000 wieder einen Gewinn vor Steuern erzielte, solle den Siemens-Bereich ICN bei Kommunikationssoftware verstärken. Beide Firmen arbeiteten seit Jahren bei der Entwicklung und im Vertrieb zusammen.

Mit der Software von Cycos lassen sich verschiedene Kommunikationswege wie Sprachnachrichten, E-Mail oder Fax auf einer technologischen Plattform bündeln. Der Nutzer kann damit zum Beispiele seine Mails am Telefon abhören oder Sprachnachrichten am PC verwalten. "Das ist ein Geschäft mit Zukunftspotenzial", sagte ein Siemens-Sprecher.

Vorstand und Aufsichtsrat von Cycos begrüßten das Angebot und wollten es den Aktionären empfehlen, teilte Siemens weiter mit. Auch hätten schon Großaktionäre mit zusammen rund zwei Dritteln der Anteile Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Ob die Cycos-Aktie nach einer Übernahme an der Börse notiert bleibe oder vom Markt genommen werde, sei noch nicht entschieden, sagte der Siemens-Sprecher. Während die Siemens-Aktie am Vormittag 0,53 Prozent höher bei 38 Euro notierte, legte das Cycos-Papier um 16 Prozent auf 5,35 Euro zu und näherte sich damit dem von Siemens genannten Übernahmepreis von 5,50 Euro an.

Die Netzwerk-Sparte ICN des Siemens-Konzern hat die Flaute an den Telekommunikationsmärkten zu spüren bekommen. Besonders schlecht verkauft sich wegen der Schwäche der großen Telefonkonzerne Netzwerk-Infrastruktur. Durch Einsparungen und neue Produkte soll ICN im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder die Gewinnzone erreichen.

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