Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2003

09:59 Uhr

Geschäfte mit dem Irak

Waffenhandel: Zwei Deutsche vor Gericht

Wegen illegaler Waffenexporte nach Irak müssen sich seit Dienstag ein Ingenieur aus Pforzheim und der Vertriebsleiter einer deutschen Firma vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern Verstöße gegen das Außenwirtschafts- und das Kriegswaffenkontrollgesetz vor.

Reuters MANNHEIM. Der 59-jährige Hauptangeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, soll 1999 mit Hilfe von Scheinfirmen und unter Umgehung des UN-Embargos Bohrwerkzeuge im Wert von 250 000 ? über Jordanien in den Irak geliefert haben, mit denen Artillerie- Geschützrohren gebaut werden können. Im Zusammenhang damit sitzt auch der Vertriebsleiter auf der Anklagebank.

Außerdem soll der 59-Jährige in den Jahren 1997 und 1998 ukrainische Ersatzteile für russische MiG-Kampfflugzeuge im Wert von 80 000 Dollar nach Irak vermittelt haben. Erfolglos blieb nach Angaben der Staatsanwaltschaft sein Versuch, Rohlinge ("Gun Barrels") zum Bau von Haubitzen im Gesamtwert von 1,8 Mill. Schweizer Franken aus der Schweiz nach Irak zu vermitteln. Im September 2001 soll er einem nicht genannten afrikanischen Land auf Bitten seines irakischen Partners Raketenwerfer, Kanonen, Mörser, Maschinengewehre und Geschosse einer bulgarischen Firma für 65 Mill. Dollar angeboten haben. Unklar sei aber, ob diese Waffen tatsächlich über Jordanien nach Afrika geliefert wurden.

Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich Ende Januar verkündet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×