Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2000

18:57 Uhr

Gesellschafter und Herausgeber des Branchendienstes lässt sich auszahlen und macht sich selbstständig

Kress Report muss ohne Peter Turi auskommen

Kress Report ohne Peter Turi ist wie FC Bayern München ohne Lothar Matthäus. Während der eine allerdings in der Fremde scheitert, versucht sich der andere im vertrauten Heidelberg als Internet-Unternehmer. Nicht nur der Chef der Verlagsgruppe Milchstraße hat schon angeklopft.

jgo DÜSSELDORF. Nach viereinhalb Jahren beim kress report macht Peter Turi sich selbstständig. Turi, der zuletzt als Herausgeber und Gesellschafter fungierte, wird für seinen 50-Prozent-Anteil nach eigenen Angaben einen "siebenstelligen Betrag" erhalten. Thomas Wengenroth soll als alleiniger Gesellschafter den Branchendienst weiter führen.

"Wir haben die freundschaftliche Trennung in einer Nachtsitzung am Freitag mit viel Nikotin und Alkohol beschlossen", sagt Turi auf Anfrage. Um den Branchendienst nicht in den Verdacht der Parteilichkeit geraten zu lassen, sei es vernünftig gewesen, getrennte Wege zu gehen.

Turis neue Firma heißt Internet House Heidelberg GmbH und besteht nach den Worten Turis bislang vor allem aus Ideen und Kontakten. Obwohl es noch keinen Business Plan gibt - Turi sagt, dass könne er noch nicht - hat der Verlagsintimus schon prominente Interessenten und Förderer gefunden. Dirk Manthey, Gründer der Verlagsgruppe Milchstraße, wird laut Turi Premiumpartner werden. Bertelsmann, Burda und Manager-Magazin-Verlag hätten aber auch schon angeklopft.

Das neue Unternehmen basiert auf zwei Ideen



Turi will in Heidelberg mit zwei Ideen an den Start gehen: einem journalistisch aufbereiteten Leitsystem und einer Köpfe-Rubrik für verschiedene Verlagshäuser. Die Internet-Adresse www.koepfe.de habe er sich schon gesichert, sagt Turi. Vor dem Abschluss stünden Verträge mit der Burda-Illustrierten "Bunte", (Entertainment-Köpfe) und dem "Manager Magazin" (Karriere-Köpfe). Auch mit dem "Spiegel" (Politik-Köpfe) und der "Financial Times Deutschland" (Finanzköpfe) sei er schon im Gespräch.

Im Heidelberger Raum will Turi die dort seiner Auffassung nach reichlich vorhandene Kompetenz beispielsweise in Agenturen nutzen und in den Metropolen bekannt machen. Auf einige bewährte Kräfte wird er allerdings verzichten müssen. Das Abwerben von Kress-Mitarbeitern komme nicht in Frage, sagt er.

Turi, der dem von Günther Kress gegründeten Branchendienst zu beachtlicher Popularität verholfen hat, sagt, er fühle keine Trennungsschmerzen. "Einen Job ein Leben lang zu machen, das ist nichts mehr für mich." Derzeit habe er noch keine richtige Firma, sondern nur einige Ideen. Turi: "Ich kann das nur empfehlen".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×