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01.05.2003

18:25 Uhr

Gespräche mit Südkorea

Nordkorea sagt Zusammenarbeit im Atomstreit zu

Nordkorea hat Südkorea erneut eine Zusammenarbeit zur friedlichen Lösung des Konflikts um sein umstrittenes Atomprogramm zugesagt. Nordkorea warnte jedoch kurz nach dem Abschluss viertägiger Gespräche zwischen Vertretern beider Staaten in Pjöngjang am Mittwoch über seine amtlichen Medien, es werde jede US- Initiativen für UN-Sanktionen gegen das kommunistische Land als "grünes Licht für einen Krieg" auffassen. Den USA warf Nordkorea am Donnerstag erneut vor, Aufklärungsflugzeuge in den nordkoreanischen Luftraum geschickt zu haben.

HB/dpa SEOUL. Wenige Tage vor den Gesprächen mit Südkorea hatte Nordkorea nach US-Angaben den Besitz von Nuklearwaffen zugegeben. Eine offizielle Bestätigung durch Pjöngjang blieb bislang aus. Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums sagte am Mittwoch in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung, US- Aggressionen zwängen Nordkorea dazu, "die notwendigen Abschreckungsmittel zu besitzen und diese einzusetzen". Zuvor waren die USA in einem KCNA-Kommentar zur nuklearen Abrüstung aufgerufen worden: "Die USA, die die größte Zahl von Atomwaffen in der Welt haben..., sollten ihr Atomprogramm verschrotten, bevor ein kleines Land wie Nordkorea es tut."

In einem in Seoul abgehörten Bericht des nordkoreanischen Rundfunks hieß es am Donnerstag, die USA hätten im vergangenen Monat in mehr als 220 Fällen Flugzeuge zu Spionagezwecken vor der Ostküste der Halbinsel eingesetzt. Diese Flüge zeigten, dass Nordkorea über eine starke Abschreckung verfügen müsse. Anfang März war es zu einem militärischen Zwischenfall gekommen, als sich nordkoreanische Abfangjäger über dem Japanischen Meer einem US-Aufklärungsflugzeug näherten und die Verfolgung aufnahmen.

Während der jüngsten Ministergespräche in Pjöngjang bekräftigte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben, dass der Atomkonflikt eine Angelegenheit zwischen Pjöngjang und Washington sei. "Die Nuklearfrage sollte mit den USA gelöst werden", sagte auch Südkoreas Vereinigungsminister Jeong Se Hyun nach seiner Rückkehr vor dem Parlament in Seoul.

Trotz der Spannungen wegen der Nuklearfrage einigten sich beide koreanischen Staaten auf die Wiederaufnahme von Kooperationsprojekten im wirtschaftlichen Bereich und bei humanitären Fragen. Mitte Juni wollen beide Seiten zusammen ein "Wiedervereinigungsfest" und neue Begegnungen zwischen getrennt lebenden Familien organisieren. Nach südkoreanischen Angaben sagte Nordkorea ferner der südkoreanischen Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2010 seine Unterstützung zu. Die nächsten Ministergespräche sind für den 9. bis zum 12. Juli in Seoul geplant.

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