Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2003

07:00 Uhr

Gewalt überschattet Walpurgisnacht

Krawalle in Kreuzberg nach friedlichen Demos

Die Feiern zum 1. Mai sind in Berlin wie in den Vorjahren von schweren Krawallen überschattet worden. Am Donnerstagabend attackierten in Kreuzberg Jugendliche die Polizei und schleuderten Flaschen und Steine. Am Heinrichplatz gingen Autos in Flammen auf. Die Polizei ging massiv gegen die teils vermummten Randalierer vor und konnte die Gewalt am späten Abend eindämmen.

HB/dpa BERLIN. Mindestens 30 Störer wurden festgenommen. Stundenlange Straßenschlachten wie im Vorjahr gab es bis Mitternacht nicht.

Mit Wasserwerfern wurden die Gewalttäter auseinandergetrieben, die Beamten setzten auch Tränengas ein. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Polizeisprecher. Die Krawalle waren gegen 20.00 Uhr ohne erkennbaren Grund eskaliert. "Die Polizei hat sich so lange es möglich war, zurückgehalten", sagte ein Sprecher. Eine kleine Gruppe von "einigen hundert Gewalttätern" habe die Konfrontation gesucht, während die Mehrheit friedlich feiern wollte.

Schon in der Nacht zum 1. Mai hatte es am Mauerpark in Prenzlauer Berg zu Ausschreitungen von Jugendlichen gegeben. Dort waren die Attacken weniger heftig als 2002. Die Polizei reagierte in diesem Jahr schneller und konsequenter: Mit 103 Randalierern wurden drei Mal so viele wie im Vorjahr festgenommen. Die befürchteten Auseinandersetzungen zwischen NPD-Anhängern und linken Gegendemonstranten in Charlottenburg blieben aus.

Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch kündigte an, trotz der Krawalle am Konzept der Deeskalation festzuhalten. Die Polizeikräfte wollten sich zurückhalten, solange Demonstrationen friedlich verlaufen, sagte Glietsch in der Abendschau des Rundfunk Berlin Brandenburg. "Der Weg ist richtig. Wir werden Schritt für Schritt daran arbeiten, dass Gewalt reduziert wird." Seit 16 Jahren gibt es bei den Feiern zum 1. Mai in Berlin Ausschreitungen. Zugleich kündigte der Polizeichef ein konsequentes Vorgehen gegen Randalierer und Gewalttäter an.

Bei dem Polizeieinsatz in der Walpurgisnacht waren 2 500 Kräfte im Einsatz. Am 1. Mai waren 7 500 Beamte, auch aus anderen Bundesländern, in der Hauptstadt unterwegs.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×