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03.04.2003

16:32 Uhr

Gewaltvideos sind nur bedingt Auslöser von Verbrechen

Kinder sind nicht häufiger Opfer von Verbrechen

Die Zahl der Kapitalverbrechen an Kindern scheint nach Ansicht von Experten relativ konstant zu sein. Es gebe keinen Grund zu befürchten, die Straftaten würden steigen, sagte der Kriminologe am Freiburger Max-Planck für ausländisches und internationales Strafrecht, -Institut Prof. Helmut Kury, am Donnerstag.

HB/dpa FREIBURG. Die Zahl der Sexualmorde an Kindern habe sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren sogar verringert. Von den rund 40 Kindern, die 2001 durch Mord oder Totschlag ums Leben kamen, war etwa ein Viertel Opfer von Sexualdelikten. "Über die Dunkelziffer bei Mord und Totschlag an Kindern lässt sich kaum etwas sagen", sagte Kury. Auch sei es schwierig, Gründe für Straftaten an Kindern zu benennen. Oft würden Gewaltdarstellungen in den Medien als schlechte Vorbilder angeprangert. "Gewaltvideos können aber nur bei besonders empfangsbereiten Zuschauern einen gewissen Einfluss haben", sagte er. Vielfach würden die Täter selbst Sozialisationsstörungen aufweisen.

Kury hält strafrechtliche Sanktionen bei Kapitalverbrechen zwar für nötig. Doch sie hätten nur begrenzte Wirkung. "Eine Gefängnisstrafe macht nur Sinn, wenn die Täter dort auch wirklich behandelt werden", sagte er. Es seien dringend zusätzliche psychologische Therapieplätze vonnöten. "Von allein wird niemand vom Saulus zum Paulus", erklärte Kury. Das Freiburger Max-Planck für ausländisches und internationales Strafrecht-Institut befasst sich neben dem deutschen und ausländischen Strafrecht mit dem Gesamtbereich strafrechtlicher Sozialkontrolle.

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