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18.01.2001

16:45 Uhr

Gewerkschaft kritisiert Übernahme der Sendeleitung

Protestierende Journalisten in Prag verlieren Unterstützung

Die protestierenden Journalisten haben die Kritik der Gewerkschaften auf sich gezogen. Gewerkschaftsführer Richard Falbr erklärte am Donnerstag, nach dem Rücktritt des CT-Direktors Jiri Hodac sei die von ihm ernannte Vera Valterova für den Sendebetrieb verantwortlich.

ap PRAG. Die protestierenden Journalisten in Prag haben mit der Übernahme der Leitung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders CT die Kritik der Gewerkschaften auf sich gezogen. Gewerkschaftsführer Richard Falbr erklärte am Donnerstag, nach dem Rücktritt des CT-Direktors Jiri Hodac sei die von ihm ernannte Vera Valterova für den Sendebetrieb verantwortlich. Falbr hatte bis dahin die CT-Journalisten unterstützt, die der neuen Leitung enge Beziehungen zum ehemaligen Ministerpräsidenten Vaclav Klaus vorwerfen.

"Das ist, als wäre ich zwei Tage weg und jemand zieht in mein Büro ein", sagte Falbr. Die Journalisten seien zu weit gegangen. Dieser Meinung schloss sich der stellvertretende Ministerpräsident Pavel Rychetsky an, der sich ebenfalls in der Vergangenheit auf die Seite der CT-Journalisten gestellt hatte. "Indem sie ihr Forderungen erhöhen, gefährden die Streikenden ihre Position", sagte Rychetsky der Zeitung "Pravo" und erklärte die Aktion für illegal. Auch die Unterstützung in der Öffentlichkeit für die Journalisten ging zurück. Während zu den täglichen Demonstrationen vor dem Gebäude des Senders anfangs noch 5 000 Menschen erschienen, waren es am Donnerstag nur noch wenige hundert.

Falbr kritisierte auch seine Kollegen im Senat, die ein neues Gesetz zur Lösung der Krise am Mittwoch nicht verabschiedet hatten. Das Votum der Senatoren wird wahrscheinlich im Parlament überstimmt, trotzdem verzögerte die Ablehnung im Senat die Ernennung eines neuen Direktors. Kandidaten für das Amt sollen jetzt nicht mehr die Parteien ernennen, sondern regierungsunabhängige Gruppen, wie Gewerkschaften, Wissenschaftler und kirchliche Organisationen.



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