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05.07.2000

14:02 Uhr

Reuters BERLIN.Der Nachrichtenkanal n-tv steht im laufenden Jahr vor einer Verdopplung seines Gewinns, was ihn nach eigenen Angaben zunehmend interessant für andere Medienunternehmen macht. N-tv-Chef Kenneth Jautz sagte am Mittwoch in Berlin, er gehe davon aus, dass sich der Gewinn im laufenden Jahr gegenüber den rund 16,5 Mill. DM im Vorjahr "mehr als verdoppeln wird". Umsatz und Werbeeinnahmen dürften ebenfalls deutliche zweistellige Zuwachsraten aufweisen. Der Erfolg des Sender schaffe Interesse an ihm auch bei anderen Medienfirmen. N-tv-Geschäftsführer Helmut Brandstätter bestätigte "Gespräche" mit der RTL-Gruppe. Ein Börsengang sei derzeit nicht geplant, dazu gebe es allenfalls "Überlegungen".

"Das wird ein außerordentlich erfolgreiches und erfreuliches Jahr", sagte Jautz zu den Perspektiven in 2000. Auch die kommenden Jahre versprächen eine positive Entwicklung von n-tv. "Alle wesentlichen Zahlen steigen", fügte er hinzu. So seien im ersten Halbjahr 2000 die Werbeumsätze weit über den Branchendurchschnitt hinaus um 66,4 % auf 93,66 (56,29) Mill. DM angewachsen. Der Gesamtumsatz habe sich um 49,2 % auf knapp 107,8 Mill. DM erhöht. Zugleich habe der Sender seine Programminvestitionen um 38 % auf 21,7 Mill. DM erhöht, der Marktanteil liege bei 0,8 %.

Brandstätter wertete die n-tv-Entwicklung als Beweis dafür, "dass sich das Spartenfernsehen durchgesetzt hat", speziell im Nachrichten-Bereich. Einer der wesentlichen Gründe sei die enge Verbindung von politischer und Wirtschafts-Berichterstattung. Rund 40 % des n-tv-Programms entfalle auf Berichte aus dem Bereich Wirtschaft. Im Nachrichtensender N 24 der Pro Sieben - Gruppe sieht n-tv nach Brandstätters Worten keine wahre Konkurrenz, N 24 wird sich nach seiner Einschätzung ohnehin zu einer Art "Fernseh-Nachrichtenagentur" entwickeln.

Im Eigentümerkreis des Senders, dessen größte Gesellschafter die Time Warner - und die Handelsblatt-Gruppe sind, erwartet n-tv-Geschäftsführungssprecher Jautz "im Moment keine Änderungen", auch wenn es Interessenten an dem Sender gebe. Zum Thema Börsengang sagte dessen Kollege Brandstätter: "Dass es solche Pläne gibt, würde ich dementieren". Dazu gebe es im Gesellschafterkeis allenfalls "Überlegungen", hieß es bei n-tv.

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