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17.01.2001

07:16 Uhr

Gewinn von 38 Cents je Aktie

Intel übertrifft Gewinnprognosen

Der weltgrößte Chiphersteller Intel Corp hat im vierten Quartal die Gewinnprognosen von Branchenexperten leicht übertroffen, rechnet aber mit einem Umsatzrückgang im ersten Quartal 2001. Im Schlussquartal 2000 sei ohne Akquisitions-Aufwendungen ein Gewinn je Aktie von 38 Cents erwirtschaftet worden, verglichen mit 34 Cents im Vorjahr, teilte Intel gestern nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten nach einer Erhebung von First Call/Thomson Financial zuletzt mit einem Gewinn je Aktie von 37 Cents gerechnet.

Reuters NEW YORK. Bei einer weiteren Abschwächung in der PC-Industrie halten Experten nun rückläufige Wachstumsraten in der Branche für möglich. Die Aktie reagierte auf die Ergebnismeldungen zunächst mit geringen außerbörslichen Kursgewinnen.

Für das erste Quartal rechnet der Konzern nach eigenen Angaben auf Grund saisonaler Faktoren und den Folgen einer sich weltweit abschwächenden Wirtschaft mit einem 15-prozentigen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal. "Es ist einfach schwierig zu sagen, ob es sich um eine wirtschaftliche Abkühlung oder um eine Rezession handelt", sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. In der Vergangenheit hatten die Erstquartalsumsätze des Chipkonzerns stets jeweils um etwa fünf Prozent unter den Erlöszahlen des Schlussquartals des Vorjahres gelegen.



Branchenexperten: Hartes Geschäftsjahr für die Computerindustrie

Intel beginne das erste Quartal mit der schlechtesten Perspektive in der jüngeren Vergangenheit, sagte Ashok Kumar, Analyst bei U.S. Bancorp Piper Jeffray. Falls sich die Wachstumsraten bei PCs nicht bis zum dritten Quartal verbesserten, seien rückläufige Wachstumsraten in der Branche im Gesamtjahr möglich. "Das wäre das erste Mal in der Geschichte der PC-Industrie", sagte Kumar. Zuvor hatten bereits die Computerkonzerne Gateway und Hewlett-Packard vor schlechteren Gewinnaussichten gewarnt. Branchenexperten sehen dies als Anzeichen dafür, dass der gesamten Industrie ein ausgesprochen hartes Geschäftsjahr 2001 bevorsteht.

Intel teilte ferner mit, auf Konzernbasis im vierten Quartal ausgenommen Akquisitionskosten einen Gewinn von 2,63 Mrd. $ nach 2,39 Mrd. $ im entsprechenden Vorjahresquartal erwirtschaftet zu haben. Der Umsatz stieg nach Intel-Angaben um sechs Prozent auf 8,7 Mrd. $. Intel hatte bereits am 7. Dezember gewarnt, dass der Umsatz im Schlussquartal nicht die Erwartungen der Analysten erfüllen werde. Das im kalifornischen Santa Clara ansässige Unternehmen kündigte ferner an, im angelaufenen Jahr etwa 4,3 Mrd. $ in Forschung und Entwicklung zu investieren. 2000 seien es noch 3,9 Mrd. $ gewesen.

Insgesamt plane Intel für das laufende Jahr Investitionsausgaben von 7,5 Mrd. $ nach 6,7 Mrd. im Vorjahr. Intel verfüge über große Barreserven und sei finanziell so stark, auch dann weiter zu investieren, wenn die Wirtschaft sich abkühle. Die höheren Investitionsausgaben seien gerechtfertigt, da der Konzern sich damit besser für einen Übergang hin zur Produktion von Chips mit immer kleineren Leiterbreiten und größeren Wafer-Platten rüste, hieß es. Dadurch würden die Produktivität angekurbelt und die Kosten gesenkt, da aus einer Wafer-Platte künftig mehr Chips gefertigt werden könnten.

An der Nasdaq schlossen Intel getsren mit einem Kursverlust von 3/4 $ auf 31-3/8 $. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen zog die Aktie dann im nachbörslichen Handel leicht auf Kurse um die 31-5/8 $ an. Die Aktie hatte im August 2000 ein Rekordhoch von 75,81 $ erreicht. Intel hatten seitdem rund 50 % eingebüßt.

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