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05.03.2003

16:30 Uhr

Gewinne sollen 2003 deutlich steigen

Henkel ergreift Flucht nach vorn

Europas führender Waschmittelhersteller Henkel rührt angesichts der Konsumflaute kräftig die Werbetrommel. Die Werbeausgaben würden in diesem Jahr in der Traditionssparte Waschmitteln mit dem Flaggschiff Persil um fünf bis 10 % erhöht, teilte Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mit. Das gelte auch für den deutschen Markt.

HB/dpa DÜSSELDORF. In der Kosmetiksparte um Schwarzkopf und Diadermine sollen 7 % mehr für Anzeigen und TV-Spots ausgeben werden. Für Konsumenten-Klebstoffe (Pritt, Pattex, Metylan) werde das Budget wegen neuen Produkten zweistellig aufgestockt. Wie viele Millionen in die Werbung fließen, blieb aber offen. Der Gewinn des Konzerns soll 2003 durch Einsparungen und wachsende Auslandsgeschäfte deutlich steigen.

"In Deutschland ist, bedingt durch steigende Arbeitslosigkeit und Abgabenerhöhungen, weiterhin keine Konsumerholung in Sicht", sagte Konzernchef Ulrich Lehner zu den Aussichten in diesem Jahr. Es fehle den Bürgern Umfragen zufolge an Zuversicht. Mit einer Markenkampagne wolle sich Henkel von No-Name-Produkten im Handel unterscheiden. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz des Düsseldorfer Konzerns auf dem Heimatmarkt zwar um 2,2 % zurück, der Gewinn blieb jedoch in Deutschland stabil. Der Konzern steuere mit dem Sparprogramm der Konjunkturabkühlung im Handel und in Industriebranchen entgegen. Nur gut ein Fünftel des Konzernumsatzes entfalle auf Deutschland.

Henkel baute im vergangenen Jahr 2200 Arbeitsplätze ab. In diesem Jahr sollen planmäßig rund 500 Arbeitsplätze vorwiegend in Asien gestrichen werden. Durch Übernahmen und eigenes Wachstum stieg die Mitarbeiterzahl des Henkel-Konzerns 2002 um 2000 auf knapp 49 000.

Das Ergebnis je Aktie soll in diesem Jahr um knapp 10 % verbessert werden. Beim Umsatz plant der Konzern dieses Jahr ein um Wechselkurseffekte sowie Übernahmen und Verkäufe bereinigtes Wachstum von 4 %. Zu Gerüchten, Henkel wolle den Haarpflegekonkurrenten Wella schlucken, gab Konzernchef Ulrich Lehner keinen Kommentar ab. Durch den Verkauf der Chemietochter Cognis Ende 2001 verfügt Henkel laut Finanzchef Jochen Krautter über einen Finanzierungsspielraum von mehreren Milliarden Euro. Henkel wolle auch künftig organisch und durch Übernahmen wachsen. Im Jahr 2002 steigerte der Konzern das Betriebsergebnis (Ebit) um 10,6 % auf 666 Mill. ? und den Umsatz bereinigt um 4,5 % auf 9,6 Mrd. ?.

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