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26.07.2000

15:15 Uhr

Gewinnmarge in USA soll 2001 wieder steigen

Daimler-Chrysler bestätigt Gespräche über Adtranz-Verkauf

Die Daimler-Chrysler AG hat Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt; der Umsatz legte um 17 % zu.

Reuters/dpa-afx/dpa STUTTGART. Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat am Mittwoch Verhandlungen über den Verkauf der Bahntochter Adtranz bestätigt. "Es laufen intensive Gespräche mit Bombardier", sagte Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp in Stuttgart. Angaben zu Zeitplan und Einzelheiten einer möglichen Vereinbarung mit dem kanadischen Konzern könne er jedoch noch nicht machen, sagte Schrempp. Er wiederholte die Prognose, dass Adtranz in diesem Jahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben werde.

Adtranz ist einer der weltweit führenden Schienentechnik-Konzerne mit rund 24 000 Beschäftigten. 1999 erzielte das Unternehmen mit einen Umsatz von 7,05 Mrd. DM (3,6 Mrd. Euro) und machte Verluste. Im zweiten Quartal 2000 erreichte Adtranz den Angaben zufolge ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 % auf 1,1 Mrd. Euro.



Betriebsergebnis stagniert

Das Betriebsergebnis des deutsch-amerikanischen Autokonzerns hat im ersten Halbjahr nicht mit der Umsatzsteigerung Schritt halten können. Während der Umsatz um 17 % auf 84,7 Mrd. Euro (165,8 Mrd. DM) zulegte, blieb das Betriebsergebnis (Operating Profit) mit 5,07 Mrd. Euro verglichen mit dem Vorjahresergebnis unverändert, berichtete die Daimler-Chrysler AG am Mittwoch in Stuttgart weiter.



Plus bei Smart und Mercedes-Benz

Hauptgrund für ist der deutliche Rückgang des Betriebsergebnisses in der amerikanischen PKW-Sparte. Das Geschäft von Mercedes-Benz und Smart legte dagegen kräftig zu. Der Konzernüberschuss stieg in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Der Gewinn pro Aktie verbesserte sich von 3,11 auf 3,43 Euro.

Konzernchef Jürgen Schrempp sagte zu den Gewinnaussichten für das gesamte Jahr: "Wir werden im operativen Geschäft das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen." Mit den Beträgen aus der Entkonsolidierung der DASA und des Teilverkaufs des debis Systemhauses an die Deutsche Telekom erwarte DaimlerChrysler aber einen weiteren starken Anstieg des Konzernergebnisses, des Gewinns je Aktie und des Operating Profit. Der Umsatz werde auch im zweiten Halbjahr deutlich steigen.

Zur Entwicklung des Fahrzeugabsatzes sagte Schrempp: "Wir erwarten für das Gesamtjahr einen Absatz von rund 4,8 Mill. Fahrzeugen." Auf der Hauptversammlung im April hatte Schrempp noch erwartet, den Fahrzeugabsatz des Vorjahres (knapp 4,9 Mill.) im Jahr 2000 übertreffen zu können.



Probleme bei Chrysler

Die amerikanische Chrysler Group musste im zweiten Quartal ein um zwölf Prozent rückläufiges Betriebsergebnis auf 1,16 Mrd. Euro hinnehmen. Im ersten Halbjahr nahm der Operating Profit um neun Prozent auf 2,51 Mrd. Euro ab. Die Kosten für Produktanläufe und die geplante Marketingoffensive beeinflussen das Chrysler - Betriebsergebnis in der zweiten Jahreshälfte weiter negativ. Wegen der schlechteren Automobilkonjunktur müssen die amerikanischen Autohersteller für bestimmte Modelle hohe Rabatte zahlen. Die Chrysler Group steigerte ihren Umsatz im Halbjahr um 17 % auf 37 Mrd. Euro. Der Fahrzeugabsatz verbesserte sich um fünf Prozent auf 1,77 Million Stück.

Die deutsche PKW-Sparte legte bei Absatz, Umsatz und Gewinn kräftig zu. Mercedes-Benz/smart verbesserten ihr Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 17 % auf 1,34 Mrd. Euro. Der Absatz stieg per Ende Juni um zehn Prozent auf 570 100 Autos. Der Umsatz verbesserte sich um 18 % auf 21,3 Mrd. Euro.

Die Nutzfahrzeugsparte konnte ebenfalls in allen Bereichen zulegen. Daimler-Chrysler verkaufte in sechs Monaten 281 300 LKW und Busse - vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um zwölf Prozent auf 14,32 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis um ein Viertel auf 625 Mill. Euro.



Ergebnisrückgang bei Debis

Die Dienstleistungsparte debis musste wegen des verschärften Wettbewerbs auf den Automärkten (Leasing) einen Ergebnisrückgang um acht Prozent auf 415 Mill. hinnehmen, legte beim Umsatz aber kräftig um 46 % auf 8,5 Mrd. Euro zu. Die inzwischen im europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufgegangenen Dasa steigerte den Umsatz um zwei Prozent auf 4,3 Mrd. Euro.

Die Mitarbeiterzahl von Daimler-Chrysler stieg per Ende Juni um 11 800 auf 474 900. In Deutschland wurden 5400 neue Stellen geschaffen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler-Chrysler einen Umsatz von 150 Mrd. Euro (293,4 Mrd. DM) erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis betrug 11,0 Mrd. Euro, der Konzernjahresüberschuss lag bei 6,2 Mrd. Euro.

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