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26.07.2000

21:04 Uhr

Reuters FRANKFURT. Eine schwache Tendenz bei den Finanz- und Hochtechnologiewerten hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Minus von 0,37 % bei 7302,12 Punkten aus dem Markt. Händler sagten, das Scheitern der Fusionsgespräche zwischen Dresdner Bank und Commerzbank habe die Finanztitel unter Druck gesetzt. Bei den Hochtechnologiewerten habe es Gewinnmitnahmen gegeben.

Von den 30 Standardwerten im Dax schlossen 14 Papiere mit Abschlägen und 15 mit Aufschlägen, bei einem unveränderten Titel. Insgesamt wechselten rund 46 Mill. Dax-Werte ihren Besitzer, was Händler als überdurchschnittlich bezeichneten. Bereits am Montag und Dienstag waren die Umsätze trotz der Urlaubszeit recht hoch ausgefallen.

Die Wall Street zeigte sich zu Börsenschluss in Deutschland schwächer. Der Dow-Jones-Index notierte 1,2 % tiefer auf 10 572 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index rutschte um 1,7 % auf 3963 Zähler.

Nachdem die Dresdner Bank und die Commerzbank das Scheitern ihrer Fusion bekannt gegeben hatten, setzte die Börse die Aktien der beiden Institute am Vormittag für eine Stunde vom Handel aus. Nach Wiederaufnahme des Handels purzelten die Kurse. Zum Schluss mussten Dresdner Bank einen Verlust von 1,9 % und Commerzbank einen Abschlag von 1,3 % hinnehmen. Die Großaktionärin der Dresdner Bank, die Allianz AG, gehörte mit einem Minus von 1,2 % ebenfalls zu den Verlierern. Zudem gab die Dresdner Bank an diesem Mittwoch ihre Halbjahreszahlen bekannt. Die Ratingagentur Fitch IBCA stufte nach dem Abbruch der Fusionsgespräche das Langfrist- und das Kurzfrist-Rating der Commerzbank zurück. Deutsche Bank verbilligten sich um gut zwei Prozent. HypoVereinsbank schlossen unverändert.

Nach einem positiven Start rutschten die Aktien des Siemens-Konzerns und der Halbleiter-Tochter Infineon ins Minus, was Händler auf Gewinnmitnahmen und die schwache Nasdaq zurückführten. Beide Unternehmen hatten an diesem Mittwoch ihre Zahlen präsentiert. Hohe Wachstumsraten bei Infineon hatten Siemens im dritten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 ein Rekordergebnis beschert. Die Ergebnisse hätten über den Erwartungen gelegen, und nun habe das Motto gelautet: "Sell on good news" ("Verkaufe nach guten Nachrichten"), sagte ein Händler. Siemens gaben um gut drei Prozent nach, Infineon um 4,4 %. Epcos notierten 2,6 % tiefer auf 114,50 Euro. SAP büßten 1,8 % ein.

Die Aktien der Deutschen Telekom erholten sich weiter und verbesserten sich um 2,4 % auf 51,09 Euro. Am Montag war die T-Aktie nach der Bekanntgabe der Übernahme der US-Telefongesellschaft VoiceStream wegen des von Analysten als zu hoch empfundenen Kaufpreises um zwölf Prozent auf ein neues Jahrestief eingebrochen.

Die Aktien von DaimlerChrysler notierten zum Schluss nach einem volatilen Verlauf 1,8 % im Plus. Das Unternehmen hatte seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Im Schlepptau von DaimlerChrysler legten BMW um gut ein Prozent und VW um 2,2 % zu.

Preussag schwächten sich um 1,6 % ab. Die Europäische Kommission hatte zuvor die Übernahme des britischen Reiseveranstalters Thomson Travel durch die Preussag AG unter Auflagen genehmigt.

Die Nebenwerte tendierten knapp behauptet. Der MDax gab 0,13 % auf 4652,01 Punkte nach. Auch am Neuen Markt ging es bergab. Der Nemax-All-Share-Index verringerte sich um 0,94 % auf 5449,14 Punkte.

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