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20.01.2003

16:03 Uhr

Gewinnmitnahmen beim Yen

Euro gibt zum Dollar etwas nach

Der Euro hat sich am Montag zum Dollar in etwa auf seinem Niveau vom Freitag eingependelt. Trotz einer kurzen Atempause sei die Stimmung weiterhin ungünstig für die US-Währung, sagten Händler. Der Dollar hatte zuletzt zu den wichtigsten Währungen neue Tiefstände markiert.

Reuters LONDON. Vor allem Spekulationen über eine baldige japanische Intervention am Devisenmarkt hätten den Dollar zu Wochenbeginn gestützt. Da die Märkte in den USA auf Grund eines Feiertages geschlossen sind, blieben die Umsätze Händlern zufolge gering.

Der Euro notierte gegen 15.40 Uhr MEZ mit 1,0666/69 Dollar nach einer Schlussnotiz von 1,0664/69 Dollar am Freitag in New York. Im Referenzkursverfahren EuroFX lag der Euro am Montag bei 1,0652 (Freitag 1,0646) Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs mit 1,0653 (1,0652) Dollar. Der Dollar stieg auf 118,16/21 Yen nach 117,79/87 Yen zum US-Handelsschluss.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, äußerte sich am Montag besorgt über die Stärke des Euro. Er sah darin eine Beeinträchtigung der deutschen Exporte. "Ja, diese Entwicklung bereitet mir schon gewisse Sorge und ich hoffe, dass es da kein Overshooting gibt", sagte Rogowski in Berlin. Der aktuelle Euro-Kurs bedeute eine Aufwertung der europäischen Währung innerhalb eines Jahres um 20 Prozent, und das spüre die deutsche Exportindustrie schon. Steige der Euro weiter, werde diese Betroffenheit wachsen.

"Diese Aufwertung wird der deutsche Export zweifellos spüren", sagte Rogowski. Angst habe er zwar keine, aber eine "gewisse Sorge". Frankreichs Finanzminister Francis Mer sagte unterdessen in Paris, der aktuelle Euro-Dollar-Kurs spiegle die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen zur US-Wirtschaft besser wider.

Analysten erwarten insgesamt eher einen anhaltenden Aufwärtstrend des Euro. "Der wichtigste negative Faktor für den Dollar ist immer noch die Unsicherheit in Bezug auf einen Irak-Krieg. Diese wird nicht verschwinden, sondern sich gegen den 27. Januar sogar noch intensivieren", sagte Devisenanalyst Niels Christensen von der Societe Generale in Paris. Am 27. Januar erstatten die Waffeninspekteure dem UNO-Sicherheitsrat Bericht über ihre Waffenkontrollen in Irak. In seiner Resolution 1441 vom 8. November hat der Rat Irak mit ernsthaften Konsequenzen gedroht, sollte er sich eines schwerwiegenden Bruches seiner Verpflichtungen zuschulde kommen lassen. Die Formulierungen gelten als Umschreibung für die Androhung eines Militärschlages.

Ulrich Wortberg von der DZ Bank in Frankfurt schrieb in einem Reuters-Beitrag, er erwarte weitere Kursgewinne des Euro. "Die Chartanalyse sowie die Mehrzahl der markttechnischen Indikatoren legen weitere Kursgewinne nahe. Allerdings gibt es erste Warnsignale, die für deutlich nachlassende Aufwärtsdynamik sprechen." Ein weiteres Aufwertungspotenzial sei vorhanden. "Darüber hinaus wurde auch der sehr langfristige, seit 1995 dominierende Abwärtstrend überwunden. Gleichzeitig kann seit April 2002 ein intakter Aufwärtstrend identifiziert werden."

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