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01.02.2002

22:15 Uhr

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Gewinnmitnahmen drücken US-Börsen ins Minus

Die New Yorker Börsen haben am Freitag trotz einiger überraschend positiver US-Konjunkturdaten schwächer geschlossen, was Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen am Ende der Woche zurückführten.

rtr NEW YORK. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,13 % auf 9907,26 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index gab rund 1,18 % auf 1911,26 Zähler ab. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,71 % auf 1122,20 Punkte. Börsianer sagten, die am Tag vorgelegten US-Konjunkturdaten hätten insgesamt keine eindeutigen Signale gesetzt. "Es gibt Zahlen, die den Weg aus der Rezession andeuten und es wird in der Wirtschaft auch schon besser, aber ich denke, die meisten Anleger halten sich noch bedeckt und sagen 'Ich brauche Beweise'", sagte George Rodriguez von Guzman & Co.

Bedenken über die Aussagekraft von Bilanzen im Nachklang der Enron-Affäre und angesichts neuer Bilanzierungsregeln belasteten die Stimmung, hieß es am Parkett. "Die Leute sind ganz allgemein etwas nervös über die Bilanzierungsfragen. Das schafft am Markt Luftlöcher und das belastet die Markt-Psychologie", sagte John Maloney, Chef von M&R Capital Management. Es gebe nach den jüngsten Unternehmensergebnisse auch Gründe, auf ein Ende der Gewinnschwäche bei den US-Firmen zu hoffen, hieß es weiter.

Dem Markt lagen am Freitag eine Reihe von Konjunkturdaten vor. So stieg der Einkaufsmanagerindex stärker als erwartet, während das Verbrauchervertrauen sich schlechter als von Analysten erwartet entwickelt hatte. Dem überraschenden Rückgang der Arbeitslosenquote stand ein ebenso unerwartet starker Stellenabbau gegenüber.

"Ich denke, der Markt verdaut die Nachrichten, und langsam werden die Zahlen auch wieder ein bisschen besser", sagte Chef-Aktienstratege John Manley von Salomon Smith Barney mit Blick auf die unerwartet gute Bilanzdaten des Unterhaltungskonzerns Walt Disney Company. Disney-Aktien stiegen trotz eines 55-prozentigen Gewinneinbruch vor Sondererträgen um 6,6 % auf 22,45 Dollar. Analysten hatten noch schlechtere Ergebnisse erwartet.

Die Aktien des Grafiksoftware-Herstellers Adobe legten ebenfalls um 6,6 % zu auf 35,93 Dollar, nachdem das Unternehmen am Vorabend eine mit den Analysten übereinstimmende Ergebnisprognose abgegeben hatte. UAL, Konzernmutter der United Airlines, gaben 8,6 % auf 13,43 Dollar ab, nachdem die Fluggesellschaft im vergangenen Jahr den größten Nettoverlust der Luftfahrtgeschichte erlitten hatte. Die Titel des weltweit drittgrößten Computerdienstleister Computer Sciences Corp (CSC) stiegen um gut vier Prozent auf 46,32 Dollar, nachdem der Konzern einen 33-prozentigen Gewinnanstieg durch mehr Regierungsaufträge mitgeteilt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,38 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1670 Verlierer 1444 Gewinner, und 203 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,70 Mrd. Aktien 1553 Titel im Plus, 1997 im Minus und 308 unverändert.

An den US-Bondmärkten gewannen die richtungweisenden zehnjährigen Notes 13/32 auf 100-2/32 Punkte und rentierten mit 4,992 %. Die 30-jährigen Bonds legten 18/32 auf 99-22/32 zu, wobei sich eine Rendite von 5,396 % ergab.

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