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13.01.2003

22:14 Uhr

Gewinnmitnahmen vor Bilanzen

Wall Street tritt auf der Stelle

Die US-Börsen haben am Montag nach fester Eröffnung im Geschäftsverlauf wenig verändert tendiert. Händler sagten, Anleger nähmen im Vorfeld der in dieser Woche erwarteten Quartalsbilanzen Gewinne mit. Außerdem belasteten eine Herabstufung der Aktien des Computerherstellers Dell und trübe Ergebnisprognosen des Versorgers Duke Energy das Geschäft.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent und schloss mit rund 8786 Punkten, nachdem er zur Eröffnung mehr als ein Prozent zugelegt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel leicht um 0,8 Prozent auf rund 927 Zähler und der technologielastige Nasdaq-Index gab 1,6 Prozent auf rund 1446 Punkte nach.

"Viele Anleger nehmen im Vorfeld einiger Konjunkturdaten und vor dem Beginn der Berichtsaison in dieser Woche Gewinne mit", sagte Harry Michas von manmarketmonitor.com. Nach den Kursgewinnen der vergangenen beiden Wochen lege der Markt eine Verschnaufpause ein. In den nächsten Tagen werden unter anderem Intel, IBM, General Motors und General Electric Quartalszahlen vorlegen.

"Im Blickpunkt dieser Woche stehen die Unternehmensbilanzen", sagte Ken Tower, Chefstratege bei CyberTrader, in einer Mitteilung an seine Kunden. "Die Konjunkturdaten waren in den vergangenen drei Monaten uneinheitlich, und wir erwarten deshalb das Gleiche von den Bilanzen. Für die Märkte bedeutet das Volatilität, vor allem auch wegen der ungelösten Probleme in Venezuela und Irak."

Belastend auf viele Technologietitel wirkten sich Händlern zufolge Kursverluste der Dell-Aktien von mehr als vier Prozent auf 25,90 Dollar aus. J.P.-Morgan-Chase-Analyst Bill Shope hatte die Einstufung für das Papier auf "Neutral" von "Overweight" gesenkt und dies mit einer zunehmend aggressiven Preispolitik in der Branche begründet. Die Aktien des Konkurrenten Hewlett-Packard gaben rund 2,5 Prozent auf 20,33 Dollar ab. Die Papiere des weltgrößten Chipherstellers Intel notierten 0,2 Prozent niedriger mit 17,83 Dollar, nachdem Salomon Smith Barney die Ergebnisschätzung für den Konzern für 2003 angehoben hatte. Intel will am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen.

Die Papiere von Duke Energy gehörten zu den am stärksten gehandelten Aktien an der New Yorker Börse und verloren rund 14,8 Prozent auf 17,89 Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, der Gewinn im Geschäftsjahr 2002 werde die Prognosen nicht erfüllen.

Die Börsianer begrüßten nach Händlerangaben den Rücktritt von AOL-Time-Warner-Chairman Steve Case. Die Aktien des weltgrößten Medienunternehmens kletterten um rund 1,2 Prozent auf 15,06 Dollar. Analysten nannten die Entscheidung des Mitbegründers von America Online überfällig. Die Fusion habe den Anlegern nicht die prognostizierten hohen Wachstumsperspektiven eröffnet, hieß es. Case hatte vor rund zwei Jahren maßgeblich die 106 Milliarden Dollar schwere Fusion von AOL und Time Warner mitgetragen. Experten hatten die Mega-Fusion als Misserfolg gewertet und seit langem den Rücktritt von Case gefordert.

Umsatzstärkster Wert an der New Yorker Börse waren die Aktien des kanadischen Telekommunikations-Ausrüsters Nortel Networks, die rund 6,2 Prozent auf 2,51 Dollar zulegten. Die Investoren setzten nach einigen positiven Analystenkommentaren auf eine Erholung der Branche in diesem Jahr, sagten Händler. Die Nortel-Papiere hatten bereits am Freitag deutlich zugelegt und ein Sieben-Monats-Hoch erreicht.

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